Rekord Jeder vierte Vater nimmt Elternzeit - aber nur kurz
Familie am Tegeler See: Vor allem in Bayern und Sachsen beantragten Väter Elternzeit
Foto: Ole Spata / DPAWiesbaden - Immer mehr Väter in Deutschland bekommen Elterngeld. Mehr als jeder vierte Vater der rund 663.000 im Jahr 2011 geborenen Kinder habe diese Leistung bezogen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Allerdings: Drei von vier Vätern bezogen das Geld für maximal zwei Monate, nur knapp sieben Prozent nahm die Leistung für zwölf Monate in Anspruch. Zum Vergleich: Mütter bekamen zu 95 Prozent Elterngeld, neun von zehn bezogen das Elterngeld für zwölf Monate.
Das Elterngeld wurde Anfang 2007 eingeführt. Es wird nach der Geburt an Mütter und Väter gezahlt, die mit der Arbeit aussetzen, orientiert sich am bisherigen Einkommen und beträgt höchstens 1800 Euro und mindestens 300 Euro im Monat. Wenn beide Elternteile die Auszeit beantragen, wird die Elternzeit von maximal zwölf auf bis zu 14 Monate ausgedehnt.
Vor allem in Bayern und Sachsen beantragten Väter Elternzeit, jeweils rund 35 Prozent nahmen die Leistung hier in Anspruch. Schlusslicht war das Saarland mit 17,5 Prozent. In Jena und im bayerischen Landkreis Cham beteiligte sich fast jeder zweite Vater, in Hagen und Gelsenkirchen dagegen nur jeder zehnte.
Im Durchschnitt erhielten Väter, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, im ersten Bezugsmonat 1204 Euro. Das ist deutlich mehr als bei Müttern (868 Euro). In den meisten süddeutschen und westdeutschen Kreisen betrug der durchschnittliche Anspruch mehr als 1200 Euro. Die Kreise, in denen dieser niedriger als 1000 Euro war, lagen den Statistikern zufolge vor allem in Ostdeutschland. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem zuvor bezogenen Einkommen.