Energiepoker an der Ostsee Putin eröffnet Flüssiggas-Terminal für Kaliningrad
Putin bei der Eröffnung
Foto: ALEXEY DRUZHINYN/SPUTNIK/KREMLIN POOL/EPA-EFE/REXDer Streit über das umstrittene deutsch-russische Gasprojekt Nord Stream 2 spitzt sich weiter zu. Unterdessen baut Russland seine Gasinfrastruktur im Ostseeraum auch an anderer Stelle weiter aus.
In Kaliningrad ist ein Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Betrieb genommen worden, wie der russische Energiekonzern Gazprom mitteilte. Russlands Präsident Wladimir Putin kam zur Eröffnung des Projekts, mit dem sich die strategisch wichtige Ostsee-Exklave Russlands unabhängig vom Gastransport durch das EU- und Nato-Land Litauen machen will.
Putin: "Transitrisiken ausschalten"
Künftig soll der Tanker "Marschall Wassilewski" flüssiges Erdgas (Liquid Natural Gas/LNG) über See anliefern. Über ein Ponton fünf Kilometer vor der Ostseeküste soll das Gas dann in das Leitungssystem von Kaliningrad eingespeist werden. Bislang wurde das Gebiet über eine Gaspipeline versorgt, die durch Weißrussland und Litauen läuft.
Pipelines seien beim Gastransport zwar wirtschaftlicher, sagte Putin der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Doch für das Gebiet Kaliningrad geht es um Reservekapazitäten, mit denen alle Transitrisiken minimiert, oder genauer gesagt, völlig ausgeschaltet werden."
Über das Terminal können jährlich 3,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas geliefert werden. Damit seien der gegenwärtige Bedarf im Gebiet Kaliningrad wie ein möglicher höherer Bedarf in der Zukunft abgedeckt, teilte Gazprom mit. Benachbarte Ostsee-Anrainer wie Polen oder Litauen haben ihrerseits Anlagen zur Anlandung von LNG gebaut - um ihrerseits unabhängig vom russischen Pipelinegas zu werden.