Konjunktur: Harter Winter bremst Aufschwung - DER SPIEGEL
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Konjunktur Harter Winter bremst Aufschwung

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresende an Fahrt verloren: Eis und Schnee legten vor allem die Baubranche wochenlang lahm, insgesamt wuchs die Konjunktur im letzten Quartal 2010 um 0,4 Prozent. Trotz des Dämpfers rechnen Experten zu Jahresbeginn mit einem spürbaren Wachstum.
Bauarbeiter in Berlin: Durchstarten nach wochenlanger Flaute im Bau
Bauarbeiter in Berlin: Durchstarten nach wochenlanger Flaute im Bau

Bauarbeiter in Berlin: Durchstarten nach wochenlanger Flaute im Bau

Foto: dapd
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Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft hat Ende 2010 einen leichten Dämpfer hinnehmen müssen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Vergleich zum Vorquartal bereinigt um 0,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

In einer ersten Schätzung im Januar war die Behörde noch von rund 0,5 Prozent Wachstum ausgegangen. Im dritten Quartal hatte es noch ein Plus von 0,7 Prozent gegeben. Für das Gesamtjahr 2010 bestätigten die Statistiker ein Wirtschaftswachstum von real 3,6 Prozent.

Positive Impulse kamen im Schlussquartal laut Bundesamt vor allem vom Außenhandel. Dennoch verhinderten Schnee, Eis und Frost ein stärkeres Wachstum: Der harte Winter legte wochenlang viele Baustellen lahm. Die Bauproduktion brach im Dezember so stark ein wie noch nie seit Beginn der gesamtdeutschen Statistik 1991.

Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal wurde von 41 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 422.000 Personen oder 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Trotz des Dämpfers rechnen die meisten Experten zu Jahresbeginn mit einem spürbaren Wachstum, zumal die Bauaufträge bei milderem Wetter rasch nachgeholt werden können. Auf einen kräftigen Aufschwung deutet auch der Ifo-Geschäftsklimaindex hin: Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte zu Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sagt für dieses Jahr ein Plus von drei Prozent voraus.

ZEW-Konjunkturbarometer steigt weniger als erwartet

Auch Börsenprofis trauen der deutschen Wirtschaft auch in diesem Jahr ein kräftiges Wachstum zu. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten stieg im Februar um 0,3 auf 15,7 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter etwa 270 professionellen Anlegern und Analysten mit. Damit liegt das Barometer weiter unter seinem langjährigen Durchschnitt von 26,7 Punkten.

Positiv bewerteten die Fachleute vor allem die steigende Kapazitätsauslastung der Unternehmen. Die Lage beurteilten die Börsenprofis besser als noch im Januar, das Barometer stieg um 2,4 auf 85,2 Punkte. Experten halten nach dem starken Wachstum im vergangenen Jahr auch für 2011 einen kräftigen Zuwachs für möglich. Viele Banken-Volkswirte rechnen mit einem Plus von 2,5 bis drei Prozent, und auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bezeichnete die Regierungsprognose von plus 2,3 Prozent zuletzt als zu zurückhaltend.

ssu/dpa/Reuters