Krisenkalender: Die nächsten Schritte bei der Griechen-Rettung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Krisenkalender Die nächsten Schritte bei der Griechen-Rettung

Der Countdown läuft: Bis zum 20. März soll die Regierung in Athen milliardenschwere Altschulden begleichen - doch dafür müssen die Euro-Staaten Hilfsgelder freigeben. Kann Europas Sorgenland die Pleite noch abwenden? Ein Überblick über die wichtigsten Termine bis zum Stichtag.
Europa-Flagge vor Akropolis: Zitterpartie bis zum 20. März
Europa-Flagge vor Akropolis: Zitterpartie bis zum 20. März

Europa-Flagge vor Akropolis: Zitterpartie bis zum 20. März

Foto: dapd
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

10. Februar

Die mächtigen griechischen Gewerkschaften machen Front gegen die weiteren Kürzungen, die unter anderem eine Senkung des Mindestlohns und die Entlassung weiterer Beamte vorsehen. Für Freitag und Samstag haben die Gewerkschaften zu einem erneuten Generalstreik aufgerufen.

12. Februar

Die neuen Sparpläne sollen am Freitag dem griechischen Parlament übergeben werden. Für Sonntag ist dann griechischen Medien zufolge die Abstimmung darüber geplant. Die Regierungskoalition verfügt über 255 der 300 Stimmen im Abgeordnetenhaus - zu einer Zitterpartie wie bei ähnlichen Abstimmungen im vergangenen Jahr dürfte es dieses Mal also nicht kommen.

13. Februar

Wenn auch die Einigung mit den Privatgläubigern über den Schuldenschnitt steht, muss Griechenland seinen Privatgläubigern ein Angebot für den Umtausch ihrer Anleihen vorlegen. Die Frist für die Abgabe des Angebots läuft am 13. Februar ab. Durch den Schuldenschnitt sollen 100 Milliarden Euro vom griechischen Schuldenberg abgetragen werden.

15. Februar

Zahlreiche Politiker plädierten dafür, am 27. Februar (14.00 Uhr) über das gesamte Griechenland-Paket im Volumen von 130 Milliarden Euro abzustimmen. Denkbar ist weiterhin aber auch, dass zunächst nur über einen Teil in Höhe von 30 Milliarden Euro entschieden wird. Dies ist auch vom Ergebnis des nächsten Euro-Gruppen-Treffens kommenden Mittwoch und der Sitzung des griechischen Parlaments am Sonntag abhängig: Athen muss dann die neuen Spargesetze beschließen.

Ein neues Hilfspaket muss nach einem Beschluss der Finanzminister von den Euro-Ländern auch auf nationaler Ebene abgesegnet werden. In Deutschland ist dafür der Bundestag zuständig - der allerdings am 10. Februar letztmals vor einer zweiwöchigen Sitzungspause zusammentritt. Deswegen müsste wahrscheinlich eine Sondersitzung abgehalten werden, als Termin wird der 15. Februar genannt.

20. und 21. Februar

In Brüssel treffen sich an zwei Tagen hintereinander erst die Euro-Gruppe, dann die Finanzminister aller 27 EU-Länder. Die Beratungen, die schon vor Wochen angesetzt wurden, sind eine weitere Möglichkeit, wichtige Weichen zur Griechenland-Rettung zu stellen - oder im schlimmsten Fall für eine Staatspleite des Landes, wenn die Bemühungen doch noch scheitern.

1. und 2. März

Der nächste EU-Gipfel ist angesetzt. Zu diesem Zeitpunkt soll Griechenland mit seinen privaten Gläubigern den Anleihenumtausch im Rahmen des Schuldenschnitts abgeschlossen haben. Das Thema Griechenland dürfte den Gipfel beherrschen.

20. März

Das entscheidende Datum, an dem sich die bisherigen Bemühungen ausrichten: Am 20. März muss Griechenland Altschulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Hat das Land bis zu diesem Datum nicht die ersten Zahlungen aus dem neuen Hilfspaket erhalten, steht es vor der Pleite.

yes/AFP