Regierungschef Castro Kuba schafft Parallelwährung ab
Geldtausch in Havanna: Regierung plant Umstellung "ohne Schocktherapie"
Foto: Jorge Rey/ Getty ImagesHavanna - Das kommunistische Kuba schafft seine Doppelwährung ab. Staatschef Raúl Castro kündigte am Dienstag das Ende der parallel verwendeten Währungen an. Das Kabinett habe dazu einen Zeitplan gebilligt, hieß es in einer Mitteilung in der Parteizeitung "Granma". Details wurden nicht genannt. Geplant sei ein Übergangsprozess ohne "Schocktherapie", hieß es lediglich.
Seit 19 Jahren gibt es in Kuba zwei Währungen - den konvertiblen Peso, der an den Dollar gebunden ist (CUC) und den kubanischen Peso für das Volk (CUP). Das eine ist eine Devise, das andere eigentlich nur Geld für die Einheimischen. So kommen Touristen mit dem kubanischen Peso CUP kaum in Berührung. Dieser ersetzte 2004 den US-Dollar als zweites Zahlungsmittel.
Für viele einfache Kubaner konvertible Währung nicht zugänglich
Fast alles, was über den Minimalbedarf an Lebensmitteln und Kleidung hinausgeht, muss in den staatlichen Geschäften, auf den privaten Bauernmärkten oder auf dem Schwarzmarkt mit konvertiblen Pesos (CUC) bezahlt werden. Die Parallelwährung ist für viele einfache Kubaner praktisch nicht zugänglich, was für die Betroffenen wirtschaftliche Nachteile bedeutet.
Anfang Juli hatte Präsident Raúl Castro sein Vorhaben bekräftigt, das er erstmals 2008 erwähnte. Ziel seien Veränderungen bei Gehältern und Renten zu ermöglichen, sagte der Staatschef damals vor dem Parlament. Man arbeite daher daran, die beiden Währungen zusammenzuführen.