Lettland tritt 2014 dem Euro bei - DER SPIEGEL
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Baltikum-Land Lettland soll 18. Euro-Staat werden

Mitten in der Euro-Krise wächst die Währungsgemeinschaft: Lettland soll im kommenden Jahr 18. Mitglied werden. Die EU-Kommission habe den Weg dafür freigemacht, heißt es übereinstimmenden Berichten zufolge.
Euro-Scheine und lettische Lats: Balten-Staat hat hartes Sanierungsprogramm hinter sich
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Foto: INTS KALNINS/ REUTERS
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Brüssel - Die EU-Kommission steht kurz davor, die Euro-Zone zu erweitern. Voraussichtlich am Mittwoch werde die Kommission Lettland als 18. Mitglied der Währungsgemeinschaft empfehlen, sagte ein EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend. "Die Entscheidung zu Lettland ist positiv."

Lettland erfülle alle Voraussetzungen für einen Euro-Beitritt, sagte er weiter. Deshalb werde die EU-Kommission in ihrem Bericht empfehlen, dass der baltische Staat die Gemeinschaftswährung Anfang 2014 einführen könne. Die "Berliner Zeitung" berichtete ebenfalls über die Entscheidung und berief sich auf den Bericht der EU-Kommission.

Lettland hat nach der Finanzkrise ab 2008 eines der härtesten Sparprogramme in Europa durchgeführt, in dessen Folge die Wirtschaftsleistung des Landes um ein Fünftel schrumpfte. Dabei reduzierte Lettland sein Haushaltsdefizit unter die erforderliche Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Derzeit liegt das Defizit bei 1,2 Prozent. Die lettische Schuldenquote beträgt etwa 41 Prozent der Wirtschaftsleistung, was ebenfalls deutlich unter dem EU-Grenzwert von 60 Prozent liegt. Trotz eines Wirtschaftswachstums von zuletzt rund fünf Prozent gehört Lettland neben Bulgarien und Rumänien zu den ärmsten Ländern in Europa.

Der Beitritt des Baltikum-Landes zur Euro-Zone gilt auch als ein politisch gewolltes Signal, mit dem Vertrauen an Investoren ausgestrahlt werden soll. Denn drei Jahre nach Beginn der Euro-Krise wird die Währungsgemeinschaft nun nicht schrumpfen, sondern wachsen.

Die Euro-Mitgliedschaft von Lettland muss von den Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel Ende Juni beschlossen werden. Auch das Europaparlament hat ein Wort mitzureden. Die formelle Aufnahme als 18. Mitglied der Währungsgemeinschaft muss dann im Juli von den Euro-Finanzministern besiegelt werden.

Als nächster Beitrittskandidat gilt der lettische Nachbarstaat Litauen, dessen Aufnahme 2015 erfolgen könnte. Als erstes der drei baltischen EU-Mitgliedsländer hatte Estland den Euro 2011 eingeführt.

yes/Reuters