Energiepolitik CSU-Chef Söder will Kohleausstieg bis 2030
CSU-Chef Markus Söder: Klimaziele sind nur erreichbar, wenn "wir den Kohleausstieg massiv beschleunigen"
Foto: Britta Pedersen/DPADas letzte Kohlekraftwerk in der Bundesrepublik soll spätestens 2038 vom Netz gehen. Darauf hat sich eine Regierungskommission Anfang des Jahres geeinigt. Ob der Kompromiss reicht, um die Klimaziele zu erfüllen, ist allerdings umstritten. Nun hat sich auch CSU-Chef Markus Söder noch einmal kritisch zu dem Datum geäußert.
Nach seinem Willen sollte der Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2030 erfolgen und damit acht Jahre vor dem bislang vereinbarten Datum. "Sind wir ehrlich: Die deutschen Klimaziele sind bis 2030 nur zu erreichen, wenn wir den Kohleausstieg massiv beschleunigen", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Münchner Merkur" . "Am Ende müssten wir eigentlich im Jahr 2030 aussteigen." Söder hatte sich bereits Ende Mai für einen beschleunigten Kohleausstieg ausgesprochen, aber keinen Zeitpunkt genannt.
Bis 2038 sollen die Kohle-Länder 40 Milliarden Euro für Strukturhilfen vom Bund bekommen. Über die Verteilung will Söder noch einmal reden. "Es können nicht einfach 40 Milliarden Euro nur als Ausgleich für Bergbauregionen verwendet werden. Das Geld ist in der Forschung für erneuerbare Energien besser aufgehoben und würde Jobs in ganz Deutschland halten", sagte der CSU-Chef. Am Montag will sich der CSU-Vorstand mit der Klimapolitik befassen.
Söder bekräftigte zugleich sein Nein zu einer CO2-Steuer. Nötig sei ein Anreizsystem mit Entlastungen. Söder regte zudem "eine europaweite Maut mit ökologischer Lenkungswirkung" an. Über eine Besteuerung von Kerosin könne man europaweit reden.