Mindestlohn hilft beim Ausstieg aus Hartz IV - DER SPIEGEL
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Weniger Aufstocker Mindestlohn hilft beim Ausstieg aus Hartz IV

Der Mindestlohn wirkt. Die Zahl der sogenannten Aufstocker ist Anfang des Jahres einem Zeitungsbericht zufolge um 45.000 gesunken.
Zeitungszusteller: Erfolg nur teilweise auf Mindestlohn zurückführbar
Zeitungszusteller: Erfolg nur teilweise auf Mindestlohn zurückführbar

Zeitungszusteller: Erfolg nur teilweise auf Mindestlohn zurückführbar

Foto: Fredrik Von Erichsen/ picture alliance / dpa
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Ein Rückgang im Winter ist normal, doch dieses Mal fällt er größer aus: Die Anzahl derjenigen, die trotz eines Jobs zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind, ist seit Anfang Januar gesunken - also seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. So gab es im Dezember 2014, also vor dem Startschuss für die gesetzliche Lohnuntergrenze in Höhe von 8,50 Euro, in Deutschland noch 1,268 Millionen sogenannte Aufstocker. Im Februar 2015 waren es mit 1,223 Millionen etwa 45.000 weniger. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Demnach hat sich auch der Anteil der Aufstocker an den derzeit knapp 4,3 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfängern von 29,3 Prozent Ende 2014 auf 27,8 Prozent im Februar 2015 verringert. Aktuellere Statistiken gibt es nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums nicht.

Eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit wies darauf hin, dass es zum Jahreswechsel immer einen Rückgang der abhängig beschäftigten Aufstocker gebe, "vermutlich weil auch Aufstocker von Winterarbeitslosigkeit betroffen sind und deshalb vorübergehend nur Hartz IV erhalten". Da der Rückgang aber stärker als in den vergangenen Jahren ausgefallen sei, deute dies darauf hin, "dass dies mit der Einführung des Mindestlohns zusammenhängt".

"Kein Mittel zur Armutsbekämpfung"

Fast die Hälfte der Aufstocker, etwa 593.000, lebt überwiegend von Hartz IV und verdient sich mit einem Minijob etwas dazu. Beim anderen großen Teil, ebenfalls knapp 600.000, ist es eher umgekehrt: Sie haben zum Beispiel einen voll sozialversicherungspflichtigen Job, brauchen aber die Hilfe vom Steuerzahler, weil sie nicht genug verdienen.

Die Grünen sehen die Wirkung des Mindestlohns als wenig wirksam an. Der Mindestlohn gehe an den meisten erwerbstätigen Hartz-IV-Beziehern vorbei, weil er nicht ausreiche, um Teilzeit-Beschäftigte oder Familien aus dem Hartz-IV-Bezug herauszuholen, sagte der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Wolfgang Strengmann-Kuhn, der "SZ". "Der Mindestlohn ist richtig, aber kein Mittel zur Armutsbekämpfung."

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