Minijobs verdrängen keine regulären Stellen - DER SPIEGEL
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Arbeitsmarktforscher Minijobs verdrängen keine regulären Stellen

In Deutschland ist die Auffassung weit verbreitet, Vollzeitjobs würden von Teilzeitarbeit und Minijobs verdrängt. Arbeitsmarktforscher können das nun widerlegen.
Bäckerei
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Foto: Hendrik Schmidt/ picture alliance / dpa
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Vollzeitarbeitsplätze in Deutschland werden nach Angaben von Arbeitsmarktforschern seit einigen Jahren nicht mehr von sogenannter atypischer Beschäftigung verdrängt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) widerspricht damit der weit verbreiteten Auffassung, dass Leiharbeit, Minijobs, Teilzeit und befristete Jobs ein immer größeres Gewicht erhalten.

"Der Zuwachs atypischer Beschäftigung hat vielmehr Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnet, aber nicht das Normalarbeitsverhältnis verdrängt", sagte IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei. Zuletzt habe es sogar einen kräftigen Zuwachs der Normalarbeit gegeben. Als Normalarbeit gelten unbefristete Jobs über 31 Wochenstunden außerhalb der Leiharbeit.

Zwar habe atypische Beschäftigung seit Mitte der Neunzigerjahre deutlich zugelegt. Doch seit 2006 wachse der Bereich deutlich schwächer. Die Zahl der befristeten Beschäftigten erhöhte sich seit einigen Jahren gar nicht mehr - seit 2010 ist sie laut IAB rückläufig.

Wegen der guten Wirtschaftslage gab es zuletzt einen kräftigen Zuwachs an normalen Jobs. So sind heute 55 Prozent der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis, 31 Prozent in atypischer Beschäftigung.

Die Arbeitsmarktreformen der Jahre ab 2003, als Arbeit flexibilisiert wurde, hätten laut Walwei nur bedingt zum Wachstum der atypischen Beschäftigung beigetragen. Die Reformen hätten dagegen zur allgemeinen Verbesserung der Beschäftigungssituation in Deutschland gesorgt.

hej/dpa/Reuters