OECD: EZB soll Geldpolitik noch weiter lockern - DER SPIEGEL
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Empfehlung der OECD EZB soll Geldpolitik noch weiter lockern

Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie, dennoch soll die EZB ihre Geldpolitik weiter lockern. Das empfiehlt die OECD in ihrem Konjunkturausblick. In Deutschland könne es 2014 bereits Vollbeschäftigung geben, prognostizieren die Experten.
EZB-Zentrale in Frankfurt: OECD empfiehlt, Geldpolitiker weiter zu lockern
EZB-Zentrale in Frankfurt: OECD empfiehlt, Geldpolitiker weiter zu lockern

EZB-Zentrale in Frankfurt: OECD empfiehlt, Geldpolitiker weiter zu lockern

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP
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Paris - Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist aus Sicht der OECD noch nicht locker genug. "Im Euro-Raum müssen die monetären Bedingungen expansiver werden", heißt es im Konjunkturausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Unter anderem solle die EZB außerhalb ihres aktuellen Anleiheprogramms Staatsanleihen aller Mitgliedstaaten kaufen. Diese Form der Lockerung entspräche einem sogenannten "Quantitative Easing", wie es etwa von der amerikanischen Notenbank Fed betrieben wird.

Die OECD schlägt vor, dass die EZB ihre Zinspolitik - ebenfalls in Anlehnung an die amerikanische Notenbank Fed - an konkrete Schwellenwerte knüpfen soll. Als Referenzwert werden die Inflationserwartungen genannt. Schon jetzt liege der Inflationstrend deutlich unter der Zielvorgabe der EZB, die sehr schleppende Euroraum-Konjunktur spreche für eine zusätzliche Abschwächung. Die EZB spricht von Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent. Derzeit liegt die Rate mit 1,2 Prozent deutlich tiefer.

Zudem schlägt die OECD vor, dass die EZB ihren Zinssatz, den sie den Geschäftsbanken auf bei ihr gehaltene Einlagen zahlt, in den negativen Bereich senkt. Diese Maßnahme wird gegenwärtig in den Reihen der EZB diskutiert, es scheint aber spürbaren Widerstand dagegen zu geben. Ob der Schritt die gewünschte Wirkung einer schwungvolleren Kreditvergabe bringen würde, gilt als ungewiss. Als weitere Maßnahme zur Konjunkturstützung nennt die OECD den Ankauf verbriefter Unternehmenskredite - ebenfalls ein Thema, mit dem sich die EZB derzeit beschäftigt.

Lob für Deutschland

Für Deutschland fanden die Experten überwiegend positive Worte. Das Bruttoinlandsprodukt werde um deutliche 2,0 Prozent wachsen. Deutschland könne in der Folge mehr tun für die Erholung der Währungsunion - vor allem durch höhere Löhne.

Für 2013 halbierte die OECD ihre Wachstumsprognose für Europas größte Volkswirtschaft auf 0,3 Prozent. Verglichen mit der Euro-Zone steht sie aber noch gut da: Hier soll das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent schrumpfen, nachdem bislang nur ein Mini-Minus von 0,1 Prozent erwartet worden war.

Trotz der aktuellen Flaute steuere Deutschland auf Vollbeschäftigung zu. Die nach internationalen Standards berechnete Arbeitslosenquote soll bis 2014 auf rund fünf Prozent fallen. "Ich würde das durchaus als Vollbeschäftigungsniveau bezeichnen", sagte OECD-Deutschland-Experte Andreas Wörgötter.

cte/Reuters/dpa