OECD prophezeit Rezession in Deutschland - DER SPIEGEL
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Euro-Krise OECD prophezeit Rezession in Deutschland

Nun droht auch der größten Volkswirtschaft in der Euro-Zone eine Rezession: Die OECD warnt, dass Deutschlands Wirtschaft im zweiten Halbjahr schrumpfen wird. Wenn der Kampf gegen die Schuldenkrise scheitert, könne sich die Lage sogar noch verschlimmern.
Baustelle in Frankfurt: Auch Deutschland spürt nun die Folgen der Schuldenkrise
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Foto: dapd
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Berlin - Die OECD sagt Deutschland im zweiten Halbjahr eine Rezession voraus. Die Wirtschaft werde im dritten Quartal um 0,1 Prozent, im vierten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfen. Das teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick der G-7-Länder mit . Die OECD betrachtet dafür die Wirtschaft der sieben größten Industrienationen USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada - Russland, Teil der G-8-Staaten, ist kein OECD-Mitglied.

Anfang 2012 war die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 0,5 Prozent gewachsen und im Frühjahr um 0,3 Prozent. Für das gesamte Jahr erwartet die OECD nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent: "Die globale Wirtschaft verliert an Fahrt, da wichtige Länder in Europa in eine Rezession rutschen." Das habe weltweit Folgen.

In der Euro-Zone ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal geschrumpft. Es fiel um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, bestätigte Eurostat am Donnerstag eine frühere Schätzung.

OECD-Chefvolkswirt Pier Carlo Padoan warnte, das werde so weitergehen, "wenn die Entscheider es versäumen, die Hauptursache für die Verschlechterung anzugehen: die anhaltende Krise in der Euro-Zone". Die Arbeitslosigkeit werde noch weiter steigen. Eine Erholung könne es nur geben, wenn der Währungsraum seine Probleme mit dem Bankensektor, der Fiskalpolitik und der Wettbewerbsfähigkeit löse.

Für Italien, das bereits in der Rezession steckt, rechnet die OECD damit, dass sich der Abwärtstrend bis Ende 2012 noch verschärft. In Frankreich seien die Aussichten etwas besser. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde im laufenden Quartal leicht schrumpfen, aber im Herbst wieder minimal zulegen.

Für die USA sagt die OECD trotz spürbarer Folgen durch die Euro-Krise Wachstum voraus. Die US-Wirtschaft dürfte im Sommer auf das Jahr gerechnet um zwei Prozent wachsen und im vierten Quartal um 2,4 Prozent.

cte/Reuters/dpa