Ölpest: Mexiko will BP verklagen - DER SPIEGEL
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Ölpest Mexiko will BP verklagen

Die Ölpest kommt BP teuer zu stehen - mehr als 30 Milliarden Euro hat der Konzern bereits für die Folgen zurückgestellt. Nun droht auch Mexiko damit, den Energieriesen auf Schadensersatz zu verklagen.
Pelikane über Ölteppich im Golf von Mexiko: BP drohen hohe Schadensersatzforderungen
Pelikane über Ölteppich im Golf von Mexiko: BP drohen hohe Schadensersatzforderungen

Pelikane über Ölteppich im Golf von Mexiko: BP drohen hohe Schadensersatzforderungen

Foto: Gerald Herbert/ AP
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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Mexiko-Stadt/London - Die mexikanische Regierung will den BP-Konzern auf Schadensersatz verklagen. Das teilte Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada mit, wie die Zeitung "Milenio" am Dienstag berichtete. Nach den Worten des Politikers werden die Regierungen Mexikos und der USA im September in Washington das Ausmaß der Schäden beziffern, die durch die entstanden seien.

Mexiko

"Mit dem Prozess wollen wir erreichen, dass die Gesellschaft (BP) den ganzen Schaden bezahlt, den sie am Ökosystem im Golf von Mexiko angerichtet hat", sagte Elvira. Als Sofortzahlung verlange Mexiko 70 Millionen Dollar. Das sei das Doppelte der Summe, die bisher für Maßnahmen gegen die Ölpest ausgegeben habe.

Noch sei kein Öl in mexikanischen Gewässern entdeckt worden, ergänzte Elvira. Dennoch sei das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen worden, was den Tod von Schildkröten, Vögeln und Fischen bedeute. Das endgültige Ausmaß der Katastrophe könne aber erst ermittelt werden, wenn das Unglücksbohrloch vor der US-Küste geschlossen sei.

BP verkauft Kolumbien-Geschäft

BP

Kolumbien

Unterdessen verkauft weitere Unternehmensteile, um die hohen Kosten der Ölpest stemmen zu können. BP ziehe sich aus der Öl- und Gasförderung in zurück, teilte der Konzern am Dienstag in London mit. Die Förderaktivitäten in dem südamerikanischen Land würden an die kolumbianische Ölgesellschaft Ecopetrol und an den kanadischen Konzern Talisman verkauft. BP habe sich mit den Käufern auf einen Preis von 1,9 Milliarden Dollar geeinigt.

Obwohl das Geschäft erst zum Jahresende wirksam werden soll und die Kartellbehörden noch zustimmen müssen, zahlen die Käufer einen Vorschuss in Höhe von 1,25 Milliarden Dollar. BP hatte wegen der Kosten der Ölpest für das zweite Quartal 2010 einen Verlust von 17,1 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Der Verkauf in Kolumbien, wo BP bisher rund 25.000 Barrel Erdöl pro Tag förderte, ist Teil der Strategie des angeschlagenen Konzerns, sich in den nächsten eineinhalb Jahren von Firmenteilen im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar zu trennen. Bereits am 20. Juli hatte BP bekanntgegeben, Firmenteile in den USA, Kanada und Ägypten zum Preis von sieben Milliarden Dollar an den US-Konzern Apache zu verkaufen. Die der Ölförderung nachgelagerten Geschäfte in Pakistan und Vietnam sollen ebenfalls abgestoßen werden.

Im Zusammenhang mit dem Verkaufskonzept war auch über eine Veräußerung der Aral-Tankstellenkette in Deutschland spekuliert worden. Das hatte BP aber dementiert.

fdi/dpa/dpa-AFX