Luftüberwachung Österreich mustert Eurofighter aus
Eurofighter
Foto: RAIGO PAJULA/ AFPAus für den Eurofighter in Österreich: Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil ebnete am Freitag den Weg für den Umstieg auf eine neue Flotte von Kampfflugzeugen. "Das neue Konzept zur aktiven Luftraumüberwachung ist im Vergleich zur Fortführung des Status quo kostengünstiger und militärisch effektiver", erklärte Doskozil. Je nach gewählter Alternative seien bis 2049 Einsparungen zwischen 100 Millionen und zwei Milliarden Euro zu erwarten. Der Weiterbetrieb der 15 Eurofighter, der von einem Konsortium unter Führung von Airbus gebaut werden, würde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in den nächsten 30 Jahren bis zu fünf Milliarden Euro kosten. Ab 2020 will Österreich den Eurofighter nun schrittweise ausmustern und auf die neue Flotte umsteigen.
Neben den hohen Kosten beklagt Österreich auch Mängel bei der Ausrüstung der Eurofighter. Die neue Flotte solle bei Tag und Nacht uneingeschränkt einsatzfähig sein. Die Alpenrepublik soll nach den Empfehlungen einer Sonderkommission künftig ihren Luftraum vollständig durch eine einzige Abfangjägerflotte mit 15 einsitzigen und drei doppelsitzigen Überschallflugzeugen sichern. Derzeit setzt Österreich zur Luftraumüberwachung auf den Eurofighter, der durch die langsamer fliegende Saab 105 OE ergänzt wird.
Der Eurofighter beschäftigt auch die österreichische Justiz: Im Februar hatte das Land das in München ansässige Eurofighter-Konsortium verklagt, weil es sich im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Kauf der 15 Kampfflugzeugen betrogen fühlt.
Staatsanwälte in München und Wien nehmen den umstrittenen Deal schon seit Jahren unter die Lupe und haben dabei auch Vorstandschef Tom Enders im Visier. Airbus hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Österreich setzt Eurofighter der ersten Generation ein, die außer in der Alpenrepublik nur von Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien betrieben werden.