Plus im Export Chinas Wachstum stabilisiert sich weiter
Containerhafen: Chinas Exportzahlen steigen
Foto: LEE JAE-WON/ REUTERSPeking - Die Zahlen sind ein Hinweis dafür, dass sich das Wachstum in China offensichtlich weiter stabilisiert: Im August legten die Exporte um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie die Zollverwaltung am Sonntag in Peking berichtete. Analysten hatten mit einem Plus von nur sechs Prozent gerechnet.
Die Ausfuhren in EU-Länder legten dagegen nur leicht zu. Die Importe nach China fielen mit einem Zuwachs von sieben Prozent im August deutlich schwächer aus als vorhergesagt. Noch im Juni waren die Exporte im Jahresvergleich um 3,1 Prozent eingebrochen - zum ersten Mal seit Anfang 2012 - und hatten die Sorge verstärkt, dass Chinas Wachstum an Fahrt verlieren könnte.
Die Handelszahlen für Juli übertrafen dann jedoch überraschend und deutlich die Erwartungen der Analysten: Exporte legten um 5,1 Prozent zu. Allerdings wiesen die Juli-Importe noch höhere Werte auf als im August. Sie waren im Juli um 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Insgesamt war der Außenhandel im Juli um 7,8 Prozent gestiegen - Experten hatten lediglich mit einem Anstieg von ein bis zwei Prozent gerechnet.
Die Angst vor einer herben Abkühlung in dem einstigen Boom-Land tritt damit weiter in den Hintergrund. China lieferte vor allem mehr Elektronikartikel, Textilwaren und Maschinen ins Ausland, hieß es seitens der Zollverwaltung. Insbesondere der Handel mit südost-asiatischen Staaten boomte.
Bereits in der vergangenen Woche gab es positive Konjunkturdaten von der chinesischen Industrie sowie den Dienstleistern des Landes. "Chinas August-Handel unterstützt den seit Juli beobachteten Aufwärtstrend mit einer zunehmenden Wachstumsdynamik und besserer Stimmung am Markt, was auf eine Aufwärtstendenz beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal hinweist", sagten die ANZ-Ökonomen Liu Li-Gang und Zhou Hao nach Vorlage der Daten.
In den vergangenen zehn Quartalen musste China in neun eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verkraften. Mit einem Plus von 30,8 Prozent stiegen vor allem die Exporte in die südost-asiatischen Länder (Region Asean). Die Ausfuhren in die USA legten im August um 6,1 Prozent zu, in Länder der Europäischen Union um 2,5 Prozent. Exporte nach Japan gingen dagegen den siebten Monat in Folge zurück.
Das im Vergleich zu den Vorhersagen schwächer ausgefallene Import-Plus von sieben Prozent deutet Experten zufolge auf Unsicherheiten über die künftige Nachfrage hin. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Importanstieg von 11,3 Prozent prognostiziert. Chinas Handelsüberschuss belief sich den Angaben zufolge im August auf 28,6 Milliarden Dollar.