Portugal bekämpft Schattenwirtschaft mit Kassenbon-Lotto - DER SPIEGEL
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Schuldenkrise Portugal bekämpft Schattenwirtschaft mit Kassenbon-Lotto

Es wird nicht immer nur gespart: Die krisengeplagten Portugiesen können neuerdings Luxusautos gewinnen, wenn sie beim Einkauf eine Rechnung verlangen. Die Regierung will so "steuerlichen Bürgersinn" fördern. Die Erziehungsmaßnahme ist ihr zehn Millionen Euro pro Jahr wert.
Protest in Portugal: Radikalsparpläne und Kassenbon-Lotto
Protest in Portugal: Radikalsparpläne und Kassenbon-Lotto

Protest in Portugal: Radikalsparpläne und Kassenbon-Lotto

Foto: Mario Cruz/ picture alliance / dpa
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Lissabon - Mit einer Kassenbon-Lotterie will Portugal künftig die Schattenwirtschaft im Euro-Krisenland bekämpfen. Die Mitte-rechts-Koalition hat am Donnerstag beschlossen, wöchentliche Verlosungen unter Bürgern einzuführen, die nicht vergessen, beim Einkauf und von Dienstleistern eine Rechnung zu verlangen, und auf dem Beleg auch ihre Steueridentifikationsnummer eintragen lassen.

Man wolle mit dieser Maßnahme den "steuerlichen Bürgersinn" fördern, erklärte Präsidentschaftsminister Luís Marques Guedes nach einer Kabinettssitzung. Um Steuerzahlungen zu umgehen, kassieren Unternehmer in Portugal besonders häufig ohne Beleg. Der Umfang der Schattenwirtschaft wird von Experten inzwischen auf mindestens 27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt. Zu dem Anstieg hat auch die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 23 Prozent im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen beigetragen.

Details der Verlosungen, die ab Anfang April stattfinden sollen, wurden zunächst nicht bekannt. Nach Berichten der Zeitungen "Diario de Notícias" und "Público" will die Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho die Portugiesen vor allem mit Luxusautos und Bargeld als Preisen im Gesamtwert von zehn Millionen Euro jährlich "erziehen". Im September hatte Slowakei ebenfalls eine Kassenbon-Lotterie eingeführt, um Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

ssu/dpa-AFX