Preiserhöhung Strom wird für Millionen Kunden teurer
Strommast: Saftige Preiserhöhung
Foto: A3528 Armin Weigel/ dpaHeidelberg - Vor wenigen Wochen haben die Netzbetreiber angekündigt, die Abgaben für Ökostrom zu erhöhen. Die Energieversorger reagieren prompt: Insgesamt 27 Unternehmen erhöhen nach Angaben des Verbraucherportals Verivox zum 1. Januar ihre - darunter auch Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW mit seinen rund zwei Millionen privaten Stromkunden. Mehrere der Unternehmen begründen den neuen Aufschlag explizit mit der gestiegenen Öko-Abgabe.
In den kommenden Tagen werden voraussichtlich noch weitere Anbieter Preiserhöhungen bekanntgeben. Die Stromversorger müssen ihren Kunden bis Ende kommender Woche mitteilen, wenn sie ihre Preise ab Januar anheben wollen.
Im Schnitt würden die Anbieter die Tarife zum neuen Jahr um 6,9 Prozent anheben, sagte eine Verivox-Sprecherin. Darin sei der Preisanstieg bei EnBW noch nicht enthalten, der erst am Montag mitgeteilt worden war. EnBW will die Preise in seinem Grundversorgungstarif um 9,45 Prozent erhöhen. (Eine Tabelle mit der Übersicht der Strompreiserhöhungen finden sie hier)
Für erneuerbare Energien, die ins deutsche Netz gelangen, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Finanziert wird diese von allen Verbrauchern gemeinsam - über Aufschläge auf die Stromrechnung. Die Umlage für Ökostrom steigt 2011 um mehr als 70 Prozent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde.
Hauptgrund ist der massive Ausbau der Solarenergie. Nach Berechnungen des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) macht allein sie inzwischen gut 60 Prozent der gesamten Ökostromförderung aus.
Verbraucherportale raten zu Anbieterwechsel
Um steigende Kosten zu vermeiden, raten Preisvergleichsportale wie Verivox.de oder Toptarif.de Verbrauchern, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Noch immer tun das nur die wenigsten.
Dabei ist es kinderleicht, den Anbieter zu wechseln. Über kostenlose Preisvergleichsportale findet man binnen Minuten den günstigsten Anbieter in der eigenen Region - den Vertragswechsel selbst wickelt der neue Versorger fast vollständig für den Verbraucher ab (siehe Infobox links).
Nach Angaben von Verivox schrecken noch immer viele Verbraucher vor diesem Schritt zurück. Manche fürchten offenbar, bei einem Anbieterwechsel wochenlang keinen Strom in der Wohnung zu haben - obwohl der Gesetzgeber eine Versorgungslücke verbietet.
Andere scheinen die Vorteile eines Wechsels zu unterschätzen. Sie glauben, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Dabei sind die Potentiale erheblich: Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden spart durch einen Anbieterwechsel bis zu 200 Euro pro Jahr.