Schwächster Wert seit 20 Jahren Privates Geldvermögen wächst kaum noch
Geldpaket bei der Bundesbank: Das Aktienvermögen ist gesunken
Foto: Deutsche Bundesbank/ dpaDas Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist zuletzt nur noch minimal gewachsen. Im zweiten Quartal stieg es laut Bundesbank um rund fünf Milliarden Euro auf 5224 Milliarden Euro. Das Plus von 0,1 Prozent war das schwächste seit Anfang der Neunzigerjahre.
Das Geldvermögen setzt sich aus Bargeld, Wertpapieren wie Aktien und Anleihen, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen zusammen. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten.
Als Grund für den schwachen Anstieg nennt die Bundesbank "erhebliche Bewertungsverluste" von 36 Milliarden Euro. "In einem allgemein schwachen Börsenumfeld waren davon vor allem die Anteile an Investmentfonds und Aktien betroffen", teilte die Notenbank mit.
Auch mit klassischen Zinsanlagen können die Sparer ihr Geld derzeit kaum mehren. Die großen Notenbanken halten die Zinsen nahe Null, um die Konjunktur in Schwung zu bringen. Für Anleger bedeutet das, dass sie kaum Rendite auf ihr Vermögen bekommen.
Entsprechend halten die Deutschen einen immer größeren Teil ihres Geldes in Bar oder auf Konten, auf die sie jederzeit zugreifen können. Rund zwei Drittel des Vermögenszuwachses entfielen im zweiten Quartal auf diese sogenannten Sichteinlagen. Langfristige Anlagen wie Sparbriefe und Festgeld sind dagegen nicht mehr gefragt.
Auffällig an den Bundesbank-Zahlen ist auch die hohe Kreditaufnahme. Im zweiten Quartal nahmen die privaten Haushalte demnach zwölf Milliarden Euro auf - "insbesondere in Form von Wohnungsbaukrediten", wie die Bundesbank schreibt. Dies sei der höchste Wert seit dem Jahr 2000.
Wegen der steigenden Schulden sank das Nettogeldvermögen erstmals seit 2011 leicht - um knapp sechs Milliarden Euro oder 0,2 Prozent auf 3625 Milliarden Euro.