Prognose: IWF sieht Weltwirtschaft in Gefahr - DER SPIEGEL
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Prognose IWF sieht Weltwirtschaft in Gefahr

Europa und Amerika kämpfen mit der Krise, jetzt schlägt der Internationale Währungsfonds Alarm: Weltweit könnten die Finanzmärkte zusammenbrechen, der Handel einfrieren, selbst das Wachstum in Schwellenländern nachlassen. Den USA und der Euro-Zone droht sogar eine neue Rezession.
Hamburger Hafen: Auch Deutschland droht ein Rückgang des Wachstums
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Foto: Malte Christians/ dpa
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Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt angesichts der Schuldenkrise in der Euro-Zone und der Probleme Amerikas Alarm. "Die Weltwirtschaft befindet sich in einer gefährlichen neuen Phase", warnen die IWF-Experten. Auch in Deutschland werde sich der Aufschwung deutlich abschwächen. Der IWF erwartet für die Bundesrepublik 2012 nur noch ein Wachstum von 1,3 Prozent, das sind 0,7 Punkte weniger als noch im Frühjahr.

Auch die Weltwirtschaft wird laut IWF deutlich weniger wachsen: Der Fonds rechnet 2012 nur noch mit einem Plus von 4 statt wie bislang von 4,5 Prozent. So steht es im jüngsten Weltwirtschaftsausblick, der an diesem Dienstag in Washington präsentiert wurde. Schlecht sieht es vor allem für die reichen Staaten aus.

Zwei Risiken bereiten den IWF-Experten besondere Sorgen:

  • Die Schuldenkrise in der Euro-Zone könnte außer Kontrolle geraten.
  • Der Zustand der US-Wirtschaft droht sich weiter zu verschlechtern.

Jedes Szenario für sich genommen hätte bereits "schwere Konsequenzen für das globale Wachstum": Die Folgen könnten ein neuer Crash der Finanzmärkte sein, ein Absturz des Welthandels und weniger Wachstum in aufstrebenden Staaten. Die Eurozone und die USA "könnten zurück in die Rezession stürzen", warnen die IWF-Experten.

Italien droht fast ein Nullwachstum

Für die USA und die Euro-Zone erwarten sie 2012 nur ein Mini-Wachstum:

  • In den USA rechnen sie nur noch mit einem Plus von 1,8 Prozent - das sind 0,9 Punkte weniger als in der letzten Prognose. In der größten Volkswirtschaft der Welt springt die private Nachfrage nicht an, von der die Konjunktur zu 70 Prozent abhängt. Zugleich plagen das Land erhebliche Arbeitslosigkeit sowie die hohe Verschuldung von Staat und Bürgern.
  • Die Wirtschaft in der Euro-Zone soll 2012 sogar nur noch um 1,1 Prozent wachsen. Das angeschlagene Italien, das gerade erst eine Rating-Abwertung hinnehmen musste, dürfte laut IWF mit 0,6 Prozent im Jahr 2011 und 0,3 Prozent im Jahr 2012 kaum noch wachsen - wobei die Schätzung für das kommende Jahr um einen ganzen Prozentpunkt reduziert wurde.

Als Gegenmittel rät der Fonds den Politikern zum einen, die Beschlüsse ihres Brüsseler Krisengipfels vom Juli rasch umzusetzen. Zugleich müsse die Europäische Zentralbank (EZB) "weiterhin kräftig intervenieren", um die Ordnung auf den Märkten für Staatsanleihen zu wahren. Gerate das Wachstum in Gefahr und bleibe gleichzeitig die Inflation im Griff, sollte die EZB zudem ihren Leitzins senken.

Trotz einiger Einbußen durch die Turbulenzen in den USA und Europa sticht weiterhin das Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer heraus. Für 2012 sagt der IWF diesen Staaten ein Plus von 6,1 Prozent voraus, an der Spitze liegt China mit neun Prozent.

cte/dpa/Reuters