Euro-Krise Rating-Agentur warnt EU vor Herabstufung
Moody's-Logo in New York: Die Urteile der Agenturen haben an Bedeutung verloren
Foto: Mike Segar / REUTERSFrankfurt am Main - Moody's hat die EU vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gewarnt. Die Rating-Agentur senkte in der Nacht zum Dienstag den Ausblick für die Bonitätsbewertung der Europäischen Union von "stabil" auf "negativ". Das heißt, die Agentur prüft eine Absenkung des bisherigen Spitzenwerts Aaa.
Als Grund führte Moody's an, dass die Top-Ratings der wichtigen Beitragszahler Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden inzwischen ebenfalls mit einem "negativen" Ausblick versehen seien. Zusammen stünden diese Länder für rund 45 Prozent des Budgets der EU.
Im Juli hatte Moody's die Bestnoten für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bestätigt, nahm aber den Ausblick von "stabil" auf "negativ" zurück. Als Grund nannte sie damals wachsende Unsicherheiten rund um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Damit würden auch die Risiken für Italien und Spanien steigen. Hinzu komme das Risiko einer gemeinsamen Haftung und gemeinsamer Krisenhilfen im Währungsraum.
Eine schlechtere Bonitätsnote kann zu höheren Zinsen bei der Aufnahme frischen Geldes führen. Zuletzt hatten die Urteile der Rating-Agenturen allerdings immer weniger Auswirkungen auf das Verhalten der Anleger. Neben Moody's gibt es noch die großen Agenturen Standard & Poor's sowie Fitch.