"Sandy"-Geschäftemacher: Benzin wird zu Wucherpreisen angeboten - DER SPIEGEL
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Treibstoffknappheit: New York fehlt Treibstoff

Foto: Keith Bedford / REUTERS

"Sandy"-Geschäftemacher Benzin wird zu Wucherpreisen angeboten

Der Treibstoff bleibt knapp an der US-Ostküste. Geschäftemacher wittern nach "Sandy" die Chance auf ein paar Extra-Dollar und bieten Benzin zu Wucherpreisen an. Es wird wohl noch Tage dauern, bis die Engpässe beseitigt sind.
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New York - Etwa vier Dollar kostet eine Gallone Benzin in den USA derzeit an den Tankstellen der US-Ostküste. Doch in und um New York ist Treibstoff nach wie vor knapp - eine Folge des Wirbelsturms "Sandy". An den wenigen geöffneten Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Präsident Barack Obama hat bereits den zusätzlichen Kauf von rund 45 Millionen Litern Benzin und knapp 38 Millionen Litern Diesel angeordnet. Die Nationalgarde hat in New York am Wochenende Benzin sogar kostenlos an Bedürftige verteilt.

Doch der Engpass ist noch lange nicht behoben. Wenn aber etwas knapp ist, dann steigen die Preise. Zu beobachten ist dies derzeit auf dem Kleinanzeigenportal Craigslist . Dort verkaufen Anbieter Benzin teilweise zu vollkommen überhöhten Preisen. Statt vier Dollar kostet eine Gallone schon mal 20 Dollar, was mehr als fünf Dollar pro Liter entspricht.

Findige Verkäufer kombinieren den Wucherpreis immerhin noch mit einer Lieferung bis ans Auto, das wegen eines leeren Tanks stehen geblieben ist. Ein Anbieter will Benzin zum Preis von zehn Dollar pro Gallone verkaufen - an Opfer des Wirbelsturms "Sandy" möchte er den Treibstoff aber verschenken: "Wenn Sie Kinder haben und ihr Haus beschädigt ist und Sie Benzin für einen Stromgenerator brauchen, um das Haus zu heizen, bekommen Sie das Benzin gratis", schreibt er in seiner Anzeige.

Besonders die Kälte macht den Menschen in der Region zu schaffen, denn neben Benzin ist auch Heizöl knapp, und auch die Stromversorgung macht nach wie vor Schwierigkeiten. Bis Mitte kommender Woche soll es mit Temperaturen um die sechs Grad empfindlich kalt bleiben. Dann droht ein Kältesturm, der sich Meteorologen zufolge derzeit über dem Atlantik entwickelt. Ob er tatsächlich die US-Küste treffen wird, steht noch nicht fest.

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US-Ostküste nach "Sandy": Benzin für das Krisengebiet

Foto: Michael loccisano / AFP

Nach wie vor haben fast drei Millionen Menschen an der Ostküste keinen Strom. Viele Menschen in den Staaten New Jersey und New York harren in ihren eiskalten Wohnungen aus. Aus einigen Gegenden kamen Berichte über Plünderungen. "Ich habe heute drei Stunden an einer Tankstelle gewartet", sagte ein New Yorker Taxifahrer. "Wie soll ich Geld verdienen, wenn ich kein Benzin habe und meine ganze Zeit an der Tankstelle verbringe?"

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte, es könne noch mehrere Tage dauern, bis die Engpässe in der Benzinversorgung beseitigt seien. New Jerseys Gouverneur Chris Christie ließ das Benzin rationieren - im täglichen Wechsel dürfen jetzt nur noch Besitzer von Nummernschildern mit gerader oder ungerader Endziffer tanken.

Doch es gibt auch gute Nachrichten aus der vom Wirbelsturm schwer getroffenen Metropole. Der südliche Teil Manhattans wurde größtenteils wieder ans Stromnetz angeschlossen. Weitere Parks in der Millionenmetropole öffneten. Rund 80 Prozent des U-Bahnnetzes war offiziellen Angaben zufolge wieder in Betrieb, und auch die vor allem bei Touristen beliebte Fähre nach Staten Island fuhr wieder. Viele New Yorker taten sich spontan zusammen, um zu helfen. Sie sammelten abgebrochene Äste in Parks auf oder verteilten Wasser und Essen an Bedürftige.

hda/dpa