Schuldenkrise Irland startet Schocksparprogramm
Irlands Premier Cowen: Milliardenschweres Sparpaket
Foto: CATHAL MCNAUGHTON/ REUTERSDublin - Irland kämpft gegen die Schuldenkrise: Der hochverschuldete Euro-Staat will seine Ausgaben in den nächsten vier Jahren um weitere 15 Milliarden Euro drücken. Das teilte die Regierung am Donnerstagabend in Dublin mit.
Zusammen mit bereits beschlossenen Kürzungen von ebenfalls 15 Milliarden Euro sollen die Staatsausgaben bis 2014 um insgesamt 30 Milliarden Euro gesenkt werden. Irlands Bankensektor leidet besonders stark unter den Nachwehen der Finanzkrise, weswegen der Staat den notleidenden Banken mit Hilfen in Milliardenhöhe unter die Arme greifen muss.
Irland bekannte sich zu dem Ziel, sein Staatsdefizit bis 2014 wieder unter die höchstzulässige Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken. Im laufenden Jahr dürfte das Defizit schwindelerregende 32 Prozent erreichen, das mit Abstand höchste Defizit im Währungsraum. Ohne die Bankenrettung läge es bei 11,9 Prozent, also gut einem Drittel des tatsächlichen Fehlbetrags.
Ein Großteil der Einsparungen im Staatshaushalt soll bis Ende 2011 greifen. Zeitungsberichten zufolge will die Regierung allein im kommenden Jahr bis zu sechs Milliarden Euro sparen.
Die prekäre Finanzlage Irlands hatte sich zuletzt besonders deutlich am Markt für Staatsanleihen gezeigt. Die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen zu vergleichbaren deutschen Anleihen liegen derzeit bei mehr als 5,3 Prozentpunkten, das ist so viel wie nie zuvor. Dies bringt das hohe Misstrauen der Investoren in die Finanzkraft Irlands zum Ausdruck.