Schuldenkrise IWF zweifelt an Irlands Sparprogramm
IWF-Präsident Dominique Strauss-Kahn: "Erhebliche politische Risiken"
Foto: dapdWashington/Dublin - Irland steht weiter extrem unter Druck: Die derzeitigen Sparbemühungen reichen laut Internationalem Währungsfonds (IWF) nicht aus, um die Schulden des Landes ausreichend zu verringern. Die EU-Vorgabe, das Defizit bis 2015 wieder unter die Marke von drei Prozent zu bringen, erreiche das Land nur, wenn es noch mehr Ausgaben kürze und neue Einnahmequellen finde, heißt es in einem IWF-Bericht.
Der Report wurde erstellt, nachdem das krisengeschüttelte Irland einen 22,5 Milliarden schweren Kredit beim IWF beantragte. Dieser ist Teil eines Rettungspakets mit einem Volumen von insgesamt 85 Milliarden Euro.
Der IWF hatte den Kredit am Donnerstag genehmigt, obwohl Experten des Institutes in dem Bericht warnten, dass Irland vielleicht nicht in der Lage sein werde, das Geld vollständig zurückzuzahlen. "Es gibt signifikante Risiken", steht in der Notiz eines Mitarbeiters vom 8. Dezember. Die Zahlungsfähigkeit hänge stark von der wackeligen konjunkturellen Erholung ab sowie von der Erholung des Bankensektors in dem Land.
In dem Bericht heißt es weiter, das Defizit werde 2015 noch bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegen, wenn Irland nicht weitere Anstrengungen zur Konsolidierung seines Haushaltes unternehme. Der IWF geht für diese Vorhersage von einem schwächeren Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren aus als die irische Regierung selbst.
Zudem gebe es "erhebliche politische Risiken". Dem Land stehen Neuwahlen ins Haus, die voraussichtlich Parteien an die Regierung bringen werde, die Details des Rettungspakets verändern wollen.
Moody's stuft Irland kräftig herab
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Irland gleich um fünf Noten reduziert. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit "Baa1" eingeschätzt, nachdem sie zuvor noch bei "Aa2" gelegen habe, teilte Moody's am Freitag mit. Gleichzeitig warnte die Rating-Agentur vor einer weiteren Herabstufung, falls das Land seine Schuldenentwicklung nicht auf absehbare Zeit unter Kontrolle bringe. Die Note "Baa1" liegt noch zwei Noten über dem Ramschniveau.
Moody's begründete die Herabstufungen mit den Kosten der Bankenrettung, der gestiegenen Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick des Landes und dem Rückgang der Finanzstärke der Regierung. Der Ausblick bleibe negativ. Die Unsicherheit mit Blick auf die irische Wirtschaft resultiere aus dem anhaltend starken Abwärtstrend des Finanz- und des Immobiliensektors. Zudem gingen die Kredite an den privaten Sektor weiter zurück.