Schuldenmisere Rating-Agentur droht USA mit Höchststrafe
New York - Seit Monaten erhöhen die Rating-Agenturen den Druck auf die USA, nun greift Standard & Poor's zu einer drastischen Warnung: Sollten die USA am 4. August fällig werdende Staatsanleihen nicht zurückzahlen können, würden diese unmittelbar auf "D" heruntergestuft, sagte S&P-Geschäftsführer John Chambers. Die Bonitätsnote werde sofort gesenkt, es gebe keine Schonfrist. Auch andere US-Schuldscheine würden herabgestuft, aber nicht in diesem Ausmaß.
Das US-Finanzministerium kann nach eigenen Angaben mit Hilfe von Sondermaßnahmen nur noch bis zum 2. August Mittel auftreiben, um Rechnungen zu begleichen. Sollte sich der Kongress nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen, droht der Regierung in Washington die Zahlungsunfähigkeit.
S&P hatte die USA im April vor einem Entzug ihrer bisherigen Bonitäts-Höchstnote "AAA" gewarnt. Chambers betonte, eine Zahlungsunfähigkeit sei aber extrem unwahrscheinlich. Die USA hatten Mitte Mai die gesetzlich erlaubte Schuldengrenze erreicht und dürfen sich kein frisches Geld mehr leihen.
Erst in der vergangenen Woche hatte S&P-Konkurrent Fitch die USA vor einer "eingeschränkten Insolvenz" gewarnt. Auch Fitch werde beim Ausbleiben einer politischen Einigung den Entzug der Bestnote erwägen.