Siemens-Healthineers plant Milliardenübernahme in den USA - DER SPIEGEL
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Medizintechnik Siemens-Healthineers plant Milliardenübernahme in den USA

Siemens baut seine Medizintechnik-Sparte aus. Die Übernahme von Corindus, eines Spezialisten für Operationsroboter aus den USA, lässt sich der Konzern mehr als eine Milliarde Dollar kosten.
Siemens-Healthineers-Chef Montag: Lukratives Geschäftsfeld
Siemens-Healthineers-Chef Montag: Lukratives Geschäftsfeld

Siemens-Healthineers-Chef Montag: Lukratives Geschäftsfeld

Foto: Daniel Karmann/DPA
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Die Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers steht vor ihrer ersten großen Übernahme seit dem Börsengang vor eineinhalb Jahren. Das Unternehmen bietet 1,1 Milliarden Dollar in bar für das US-Unternehmen Corindus Vascular Robotics, das als eines der ersten robotergestützte Systeme für minimalinvasive Gefäß-Operationen entwickelt hat. Damit ließen sich Operationen präziser, schneller und effektiver durchführen, sagte Healthineers-Chef Bernd Montag am Donnerstag in Erlangen. Mit den Robotern von Corindus können Ärzte Katheter oder Stents quasi ferngesteuert über einen Monitor einsetzen, der ihnen das Bild des kranken Gefäßes anzeigt.

Siemens Healthineers wird Corindus in das Geschäftsfeld Advanced Therapies eingliedern. Darunter hat der fränkische Medizintechnikkonzern Roboter und andere Geräte gebündelt, die Ärzten bei Operationen und Behandlungen unter die Arme greifen. Zwar ist der Geschäftsbereich mit einem Umsatz von zuletzt 1,5 Milliarden Euro relativ klein, mit einer operativen Umsatzrendite von fast 20 Prozent aber hochprofitabel. "Zusammen mit unserem Portfolio in der Bildgebung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz schaffen wir erhebliche Synergien, um Therapieergebnisse zu verbessern", sagte Montag.

Siemens Healthineers zahlt mit 4,28 Dollar je Aktie einen Aufschlag von 77 Prozent auf den Schlusskurs des Corindus-Papiers vom Mittwoch (2,42 Dollar). Das in der Nähe von Boston im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige Unternehmen hat rund 100 Mitarbeiter. Finanziert werden soll die Übernahme durch einen befristeten Kredit des Mutterkonzerns Siemens.

mik/Reuters