Slowenien will Rating-Agentur verklagen - DER SPIEGEL
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Miese Bonitätsbewertung Slowenien will Rating-Agentur verklagen

Sloweniens Regierung droht einer Rating-Agentur mit juristischen Schritten: Moody's hatte die Bewertung für die Kreditwürdigkeit des Landes Anfang Mai gesenkt. Zu selben Zeit hatte die Regierung versucht, sich am US-Markt Geld zu leihen - und war zunächst gescheitert.
Slowenische Regierungschefin Bratusek: "Ungerechtfertigt eingemischt"
Slowenische Regierungschefin Bratusek: "Ungerechtfertigt eingemischt"

Slowenische Regierungschefin Bratusek: "Ungerechtfertigt eingemischt"

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS
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Ljubljana - Slowenien will die Ratingagentur Moody's verklagen, weil sie Anfang Mai die Bonität des angeschlagenen Euro-Landes auf Ramschniveau gesenkt hatte - und das ausgerechnet während der Ausgabe slowenischer Staatsbonds in den USA.

"Wir denken über Rechtsmittel gegen Moody's nach, und ich persönlich neige dazu", sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek der Zeitung "Vecer". "Die haben sich ungerechtfertigt in die Ausgabe slowenischer Staatsbonds eingemischt, und so etwas sollte keine Rating-Agentur dürfen."

Das wirtschaftlich angeschlagene Slowenien hatte Anfang Mai Dollar-Anleihen im Wert von umgerechnet 2,7 Milliarden Euro aufgelegt. Das Finanzministerium stoppte das Angebot vorübergehend, nachdem Moody's ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit des Landes am 1. Mai auf "Ba1" gesenkt hatte. Damit war die erste Stufe des sogenannten Junk-Bereichs erreicht, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll.

Ihre Regierung sei vor der Ausgabe der Dollar-Staatsbonds mit Moody's in Kontakt gewesen, doch es habe damals keinerlei Hinweise auf eine Änderung des Ratings gegeben, sagte Bratusek.

Am Ende konnte Slowenien die geplante Geldsumme dennoch einsammeln, musste für die Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit aber eine vergleichsweise hohe Rendite von sechs Prozent zahlen.

Slowenien wird als nächster Kandidat für die Flucht unter den Euro-Rettungsschirm gehandelt. Die größten Probleme des Landes sind eine schwere Rezession und ein angeschlagener Bankensektor, der durch faule Kredite in Schwierigkeiten geraten ist. Die Regierung will die Krise aus eigener Kraft überwinden und hat Anfang Mai Sparmaßnahmen angekündigt.

ssu/dpa