Bankenkrise in Spanien Faule Kredite steigen auf Rekordniveau
Spanisches Kredithaus Bankia: Steigende Risiken für Kreditausfälle
Foto: Pablo Blazquez Dominguez/ Getty ImagesMadrid - Die faulen Kredite in den Bilanzen der spanischen Geldhäuser sind auf Rekordniveau gestiegen. Wie die Madrider Zentralbank am Montag mitteilte, erhöhte sich ihr Anteil am gesamten Kreditvolumen im Juni auf 11,6 Prozent, das waren 0,4 Prozent mehr im Vormonat. Dieser Wert ist in dem Euro-Krisenland der höchste seit Beginn der Erhebungen.
Spanische Banken hatten im November 2012 und im Januar 2013 faule Immobilienkredite an die staatliche Abwicklungsgesellschaft Sareb - eine sogenannte "Bad Bank" - abgetreten. Dort können die riskanten Darlehen für lange Zeit geparkt werden, was die Banken entlasten soll. Die Auslagerung führte vorübergehend zu einem leichten Rückgang der Kreditausfälle bei den Banken. Nun ist diese Wirkung fast komplett verpufft.
Nach Angaben der Zentralbank wiesen die spanischen Geldhäuser im Juni ein Kreditvolumen von 1,52 Billionen Euro auf. Davon galten Darlehen über 176 Milliarden Euro als faul. Zu dieser Kategorie zählt die Zentralbank alle Kredite, die drei Monate lang nicht bedient wurden.
Die Wirtschaftsweise Claudia Buch sieht in Bilanzen der Banken in Euro-Krisenländern generell "ein massives Problem". Dort gebe es viele und hohe notleidende Forderungen, sagte sie der "Leipziger Volkszeitung". Der Bankensektor sei nicht stabil genug, "um größere makroökonomische Risiken abzufedern".
Dadurch aber ist auch die Finanzierung der Banken nur schwer zu sichern. Die schlechte Struktur des Kreditportfolios führe dazu, dass es für diese Banken sehr schwierig sei, Fremdkapital aufzunehmen, sagte die Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).