Extra-Krankentage geplant Frauen in Spanien sollen wegen Regelschmerzen zu Hause bleiben können
Frau mit Wärmflasche: Spanien könnte Vorreiter in Europa sein
Foto: David-Wolfgang Ebener/ dpaSpanierinnen sollen das Recht bekommen, bei heftigen Unterleibsschmerzen während der monatlichen Regel zu Hause bleiben zu können. Das sieht ein Gesetzentwurf der linken Regierung vor, der an diesem Dienstag im Kabinett offiziell vorgestellt werden soll.
Die Kosten des Arbeitsausfalls soll der Staat übernehmen, wie das Ministerium mitteilte. Um arbeitsfrei zu bekommen, muss eine betroffene Frau einen Arzt konsultieren.
Medienberichten zufolge sind drei zusätzliche Krankentage pro Monat vorgesehen. Bei besonders heftigen Menstruationsbeschwerden soll dieses Kontingent nach Vorlage eines ärztlichen Attests auf fünf Tage pro Monat verlängert werden.
Warnung vor Stigmatisierung von Frauen
Spanien wäre das erste Land in Europa mit einem derartigen Gesetz. Zusätzliche bezahlte Krankentage für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden gibt es bislang weltweit nur in wenigen Ländern, darunter Südkorea und Indonesien.
Die Initiative wurde von der Gleichstellungsministerin Irene Montero vom kleineren linksalternativen Koalitionspartner Unidas Podemos vorangetrieben.
Aus den Reihen der sozialistischen PSOE-Partei von Regierungschef Pedro Sánchez gab es Vorbehalte gegen den Gesetzentwurf. So warnte das Wirtschaftsministerium von Nadia Calviño, die Regelung könne Frauen im Wettbewerb um Arbeitsplätze benachteiligen. Die Regierung werde niemals Maßnahmen ergreifen, die »Frauen stigmatisieren« könnten, betonte Calviño.
Der Entwurf soll als Teil eines Reformpakets eingebracht werden, das auch die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons umfasst.
Geplant ist zudem die Neuregelung des Abtreibungsrechts. Künftig sollen Frauen ab 16 einen Schwangerschaftsabbruch auch ohne Einverständnis der Eltern vornehmen lassen können.