Euro-Krise Spaniens Regionen brauchen mehr Geld
Straßenszene in Spanien: Die Wirtschaftskrise trifft die Bevölkerung hart
Foto: DOMINIQUE FAGET/ AFPMadrid - Die Finanzlücken in den Haushalten der spanischen Regionen nehmen zu. Die Region Valencia kündigte am Donnerstag an, dass sie Hilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Rettungsfonds benötige. Dies ist eine Milliarde mehr als die Regionalregierung bisher angegeben hatte. Auch die bevölkerungsreichste Region des Landes, Andalusien, schloss einen Hilfsantrag nicht aus.
Katalonien, die wirtschaftsstärkste Region des Landes, hat bereits beschlossen, fünf Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds zu beantragen. Regierungssprecher Francesc Homs sagte, seine Region benötige eine erste Tranche bereits im September, weil sonst die Gefahr bestehe, dass Barcelona seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könne.
Der von der spanischen Zentralregierung geschaffene Fonds soll insgesamt 18 Milliarden Euro umfassen. Es steht aber noch nicht fest, wann Gelder aus dem Fonds abgerufen werden können. Sechs Regionen bekräftigten zuletzt, keine Gelder aus dem Rettungsfonds zu benötigen. Dies waren Madrid, das Baskenland, Galicien, Navarra, La Rioja und Kastilien-León.
Die Finanznöte der Regionen brachte Spanien am Donnerstag auf den Anleihemärkten verstärkt unter Druck. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen stiegen an. Viele Anleger spekulieren darauf, dass das Land bald einen Hilfsantrag beim europäischen Rettungsfonds stellen muss.
Bisher hat Spanien lediglich Finanzhilfen für seine angeschlagenen Banken beantragt. Die Euro-Partner haben bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Wegen der Finanzschwäche seiner Regionen gilt Spanien aber weiter als Wackelkandidat, um voll unter den europäischen Rettungsschirm zu schlüpfen.