Rentnerin erstickt bei Brand Tausende Spanier demonstrieren gegen Energiearmut
Pablo Iglesias (r.) bei einer Demonstration in Madrid
Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU/ AFPIn Spanien haben Tausende Menschen gegen Energiearmut protestiert und an den Tot einer Rentnerin erinnert. Bei Kundgebungen in rund 20 Städten wurden die Behörden sowie die als "gierig" bezeichneten Versorger kritisiert.
Hintergrund der Demonstrationen war der Tod einer 81-Jährigen. Die alleinlebende Frau war am Montag bei einem Brand in ihrer Wohnung in der katalanischen Gemeinde Reus erstickt. Sie hatte Kerzen angezündet, weil ihr der Strom wegen unbezahlter Rechnungen abgestellt worden war.
Laut einer Studie der Sozial- und Umwelt-Stiftung ACA standen im Jahr 2014 mehr als 7000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Energiearmut, also Problemen beim Bezahlen der Strom- und Gasrechnungen. Das Institut erhebt laut der Zeitung "El País" bereits zum dritten Mal im staatlich Auftrag Daten zur Energiearmut in Spanien.
"Das sind keine Todesfälle, das sind Ermordungen!", schrien am Samstag in Madrid Hunderte von Demonstranten vor dem Sitz des Energiekonzerns Gas Natural Fenosa. Das Unternehmen hatte der Rentnerin den Strom abgedreht.
"Es kann nicht sein, dass in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone Menschen sterben müssen, weil Firmen, die dicke Gewinne machen und ihren Chefs Skandalgehälter zahlen, armen und älteren Menschen den Strom abdrehen", sagte der Chef der linken Protestpartei Podemos, Pablo Iglesias, der an einer Demonstration teilnahm.
Darüber hinaus erinnerte Iglesias laut der Zeitung "Público" an den Artikel 128 der spanischen Verfassung. Der besage, dass der Reichtum des Landes dem allgemeinen Interesse untergeordnet werden müssen. Auch Unternehmen wie Gas Natural Fenosa sollten laut dem Politiker an die Verfassung gebunden sein.