SPD-Wirtschaftsforum mit Sigmar Gabriel: Genosse begrüßt Bosse - DER SPIEGEL
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Neues SPD-Wirtschaftsforum Genosse begrüßt Bosse

In einem neuen Wirtschaftsforum will die SPD den Kontakt zu Unternehmern pflegen. Zum Auftakt erinnerte Sigmar Gabriel an Fabrikanten in der Ahnenreihe - und lockte heutige Unternehmer mit mehr Mitspracherechten als bei der Union.
Wirtschaftsminister Gabriel Anfang April in Berlin: Er will die SPD positionieren
Wirtschaftsminister Gabriel Anfang April in Berlin: Er will die SPD positionieren

Wirtschaftsminister Gabriel Anfang April in Berlin: Er will die SPD positionieren

Foto: Tim Brakemeier/ dpa
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"Eigentlich muss man sich ja fragen, warum wir das nicht längst gemacht haben." Mit diesen Worten hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel das SPD-Wirtschaftsforum begrüßt, dessen Gründung am Montagabend in Berlin gefeiert wurde. In dem parteinahen Gremium sollen sich künftig Unternehmer und Genossen austauschen - ähnlich wie im Wirtschaftsrat der Union, den es bereits seit gut 50 Jahren gibt.

Auch die SPD habe eine lange unternehmerische Tradition, betonte Gabriel. Er verwies unter anderem auf Partei-Mitbegründer August Bebel, der sein Geld einst als Fabrikant von Türklinken verdiente. Für heutige Unternehmer dürften die Diskussionen mit seiner Partei zwar "anstrengender" werden als mit der Union, räumte Gabriel ein. "Aber mein Eindruck ist: Da hat man auch weniger zu sagen als bei uns."

Wie viel Einfluss das Wirtschaftsforum tatsächlich haben wird, muss sich freilich erst noch zeigen. Interesse scheint jedenfalls vorhanden zu sein: Zum Auftakt kamen mehr Gäste als erwartet, unter ihnen auch RWE-Chef Peter Terium. Wirtschaftsforums-Präsident und Ex-Tui-Chef Michael Frenzel sagte, es gebe einen gemeinsamen Nenner zwischen den im Forum organisierten Wirtschaftsvertretern und der SPD: Die Überzeugung, dass Wirtschaft "immer auch dem Gemeinwohl verpflichtet" sei.

Viele Wirtschaftsvertreter werfen der Großen Koalition ein Übermaß an Regulierung vor, dabei geht es oft um Prestigeprojekte der SPD wie den Mindestlohn. Auch Präsidiumsmitglieder des Wirtschaftsforums deuteten am Montag an, dass sie lieber weniger als mehr staatliche Vorschriften hätten. Die auf Energie spezialisierte Anwältin Ines Zenke sagte, alleine in ihrer Branche gelte es 11.660 Normen zu beachten. Und Harald Christ, Schatzmeister des Forums und Chef der Postbank Finanzberatung, warnte vor zu vielen Vorschriften für Finanzprodukte: "Verbraucherschutz darf nicht dazu führen, dass es für Kunden immer komplexer wird."

dab