Wo man am besten lebt und arbeitet: München ist Champion
A3216 Peter Kneffel/ dpa
Städte-Rangliste München dominiert die Republik
Berlin - Die oberbayerische Millionenstadt bleibt unangefochten Sieger: Seit langem ist München auf Platz eins des Städte-Rankings der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der "Wirtschaftswoche" als wirtschaftlich attraktivste deutsche Großstadt - so auch in diesem Jahr. Die süddeutsche Metropole landet mit weitem Vorsprung an der Spitze der Rangliste.
München könnte demnach als erste deutsche Großstadt zur Vollbeschäftigung zurückkehren. Im vergangenen Jahr hatte die Landeshauptstadt mit 5,6 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote aller untersuchten 50 Großstädte. "München hat seine herausragende Position im Städtevergleich einer deutschlandweit einmaligen Branchenmischung zu verdanken", sagt Studienleiter Michael Bahrke. "Diese reicht von wissensintensiven Dienstleistungen über Logistik im Umfeld des zweitgrößten deutschen Flughafens bis zur hochwertigen Produktion und Forschung von Fahrzeugbau bis Biotechnologie."
In den Bereichen Wohlstand, Arbeitsmarkt und Struktur erlangte München Spitzenwerte. Abstriche machen muss die Metropole nur im Standort-Ranking: Wegen hoher Kosten belegt die Stadt den dritten Platz.
Die Studie besteht aus zwei Listen: einem Niveau-Ranking, das den Ist-Zustand im Jahr 2010 dokumentiert. Dieses führt München an. Auf den Spitzenreiter München folgen im Niveau-Ranking Stuttgart, Münster und Karlsruhe.
Niveau- und Dynamik-Ranking 2011
| Niveau-Ranking | Dynamik-Ranking | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Platz | Stadt | Punkte | Platz | Stadt | Punkte |
| 1 | München | 66,8 | 1 | Kassel | 58,8 |
| 2 | Stuttgart | 59,6 | 2 | Leipzig | 58,4 |
| 3 | Münster | 59,0 | 3 | Erfurt | 57,9 |
| 4 | Karlsruhe | 58,6 | 4 | Oldenburg | 56,9 |
| 5 | Frankfurt am Main | 58,4 | 5 | Halle (Saale) | 56,8 |
| 6 | Mainz | 58,4 | 6 | Lübeck | 56,5 |
| 7 | Düsseldorf | 57,9 | 7 | Rostock | 56,1 |
| 8 | Wiesbaden | 56,3 | 8 | Magdeburg | 55,2 |
| 9 | Hamburg | 56,2 | 9 | Berlin | 55,1 |
| 10 | Bonn | 55,9 | 10 | Chemnitz | 54,9 |
Die zweite Rangliste ist das Dynamik-Ranking: Dieses hält fest, wie sich die Städte von 2005 bis 2010 entwickelt haben. Im Dynamik-Ranking fielen vor allem die ostdeutschen Metropolen mit einer positiven Entwicklung auf: Ältere Arbeitnehmer finden überdurchschnittlich oft Arbeit. Die Kehrseite der Medaille: Noch immer wandern viele junge Menschen ab, und auch die Schulabbrecher-Quoten sind hoch. Sechs von acht untersuchten Städten landeten unter den ersten zehn im Dynamik-Ranking.
Noch vor den ostdeutschen Großstädten Leipzig und Erfurt auf Platz zwei und drei landete jedoch die nordhessische Stadt Kassel auf dem ersten Platz des Siegertreppchens. Sie zeigte die stärksten Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt.
Die Arbeitslosigkeit fiel in Kassel um 8,7 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent. Einen großen Anteil daran haben zwei Unternehmen in der Umgebung, so die Herausgeber der Studie. "Die Region Kassel hat mit VW und Daimler beachtliche industrielle Highlights zu bieten. Diese Unternehmen stehen für die exportstarke deutsche Industrie, die sich in Krisenzeiten sehr robust gezeigt hat", sagt Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der "Wirtschaftswoche".
Und die Hauptstadt? Berlin konnte sich weiter verbessern. Im Dynamik-Ranking platziert die Stadt sich unter den ersten zehn - in der letzten Studie lag sie noch auf Platz 17. "Berlin wird reicher und bleibt sexy", sagt INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.
Wissenschaftler der IW Consult untersuchten für das Ranking die nach Einwohnern 50 größten Städte Deutschlands. 91 sozialökonomische Faktoren wie Kaufkraft, verfügbares Einkommen am Wohnort und Arbeitslosigkeit wurden ausgewertet.