Zug fällt heute aus – bundesweit legt ein Streik der Lokführer den Zugverkehr lahm. Vielerorts sitzen Reisende fest und wissen nicht, wann und wie es weitergeht.
Umfrage
»Ich muss dringend nach Ampfing ins Altersheim, weil ich dort arbeiten tue.«
»Wir müssen mit dem Fahrrad nach Ostfriesland, das ist ein bisschen weit. Und jetzt wissen wir nicht, wie wir nach Hause kommen sollen.«
»Der Urlaub ist im Eimer eigentlich.«
Die Bahn zeigte sich verärgert und versucht eigenen Angaben zufolge, ein Viertel der IC- und ICE-Züge auf die Schiene zu bringen. Im Regional- und Nahverkehr soll es ein verlässliches Grundangebot geben, hieß es.
Achim Stauß, Sprecher Bahn
»Es ist natürlich ärgerlich, dass die Lokführergewerkschaft entgegen ihrer Versprechungen den Streik so kurzfristig angekündigt hat. Weniger als 24 Stunden Frist, das hat dann doch manchen Reisenden überrascht und ist auch wirklich zu verurteilen, dass die Reisenden hier erst so kurzfristig informiert wurden.«
Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG will die GDL in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren -und hatte die Tarifverhandlungen im Juni für gescheitert erklärt. Ein neues Tarifangebot vorlegen will die Bahn vorerst nicht. Jetzt gehe es erst einmal darum, die Streikfolgen zu bewältigen.
Achim Stauß, Sprecher Bahn
»Wir bitten Fahrgäste im Fernverkehr, die ihre Reise verschieben können, tatsächlich die Flexibilität der Zugtickets zu nutzen. Wer ein Ticket für den heutigen Mittwoch hat oder für den Donnerstag oder Freitag hat, der kann die Tickets auch noch in der kommenden Woche nutzen, und selbstverständlich sind die Spar- und Supersparpreise von der Zugbindung befreit. Also auch Kunden mit diesen Tickets können flexibel in anderen Zügen fahren.«
Der Streik soll am frühen Freitagmorgen enden. Die GDL will kommende Woche über ihren weiteren Kurs im Arbeitskampf entscheiden. An den Verhandlungstisch werde man erst zurückkehren, wenn die Bahn ein verbessertes Angebot mache.