Kassen-Report Arbeitnehmer im Osten häufiger krankgeschrieben
Arztpraxis: Mehr Krankschreibungen als 2011
Foto: Adam Berry/ Getty ImagesBerlin - Arbeitnehmer in Baden-Württemberg waren 2012 weit seltener krankgeschrieben gewesen als Beschäftigte im Osten des Landes, etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus Ergebnissen des neuen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Berlin vorlagen.
So waren Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr im Schnitt 11,6 Tage krankgeschrieben. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern fehlten dagegen laut dem Report an 17,5 Tagen.
Bis heute gebe es keine befriedigende Erklärung für die im Großen und Ganzen ziemlich konstanten Unterschiede zwischen den Bundesländern, erläuterte TK-Expertin Gudrun Ahlers. Sie ist bei der Kasse für die Gesundheitsreporte verantwortlich.
Deutlich geändert habe sich die Lage bei den Krankschreibungen vor allem in Berlin. Die Bundeshauptstadt hatte laut dem Report 2000 noch die höchsten Fehlzeiten. Mittlerweile liege Berlin hinter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Insgesamt waren die Arbeitnehmer in Deutschland laut den Ergebnissen im vergangenen Jahr etwas häufiger krankgemeldet als im Vorjahr. Mit dem gestiegenen Krankenstand setze sich der Trend der Vorjahre fort, so der Report. Daten der Gesundheitsberichte der großen Krankenkassen gelten als repräsentativ.
Bahr: "Chefs sind für Mitarbeiter verantwortlich"
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sieht bei der Gesundheitsvorsorge auch Unternehmenschefs in der Pflicht. "Chefs sind für ihre Mitarbeiter verantwortlich. Ich will Firmen überzeugen, dass sich Investitionen in gesundes Arbeiten lohnen", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung.
"Motivierte, gesunde Mitarbeiter machen Betriebe erfolgreich. Chefs und Unternehmen sollten großes Interesse haben, dass Mitarbeiter fit sind und bleiben", sagte Bahr. Mit dem geplanten Präventionsgesetz sollten außerdem Krankenkassen verpflichtet werden, ihre Ausgaben für betriebliche Gesundheitsförderung zu verdreifachen und gute Angebote zu machen.
Die Koalitionspläne für eine bessere Gesundheitsvorsorge in Deutschland stoßen bei der Opposition bislang auf Ablehnung. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die Pläne im Bundestag als Etikettenschwindel.