Studie Teilzeitstellen beflügeln deutsches Jobwunder
Agentur für Arbeit in Wiesbaden: In Teilzeit aus der Arbeitslosigkeit
Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpaHamburg - Insgesamt arbeitet ein Viertel aller Deutschen in Teilzeit, vor allem Frauen. Der Trend ist auch im vergangenen Jahr ungebrochen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie berichtet: Jede fünfte Stelle, die im vergangenen Jahr neu besetzt wurde, war eine Teilzeitstelle. Drei Viertel dieser Teilzeitstellen wurden mit einer Frau besetzt. Bei neuen Stellen mit weniger als 20 Wochenstunden waren es sogar 85 Prozent Frauen.
Öfter als bei Vollzeitstellen wurden zudem Arbeitslose eingestellt: Laut IAB waren acht Prozent der neu eingestellten Teilzeitbeschäftigten vorher länger als ein Jahr arbeitslos, bei Vollzeitstellen nur zwei Prozent. Weitere 14 Prozent der neuen Teilzeitbeschäftigten kamen der Studie zufolge aus der sogenannten Stillen Reserve, zu der etwa Menschen gehören, die zwar auf Arbeitssuche sind, aber nicht als arbeitslos gemeldet sind.
Teilzeitarbeit könne für Beschäftigte also durchaus von Vorteil sein, urteilen die Forscher. Sie könne nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, sondern auch "den Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnen".
Risiko der Altersarmut
Der erleichterte Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt dürfe sich jedoch "nicht zur Teilzeitfalle entwickeln", warnen die Forscher. Ein dauerhafter Verbleib in Teilzeitarbeit führe zu geringeren Rentenanwartschaften und erhöhe das Risiko der Altersarmut.
Ein weiterer Nachteil von Teilzeitarbeit: Teilzeitbeschäftigte schließen laut der Studie öfter als Vollzeitbeschäftigte befristete Arbeitsverträge ab und werden unter ihrer Qualifikation beschäftigt. Für die Studie wertete das IAB ausschließlich sozialversicherungspflichtige Stellen aus, Minijobs wurden nicht berücksichtigt.