Teure Subvention SPD will Handwerker-Steuerrabatt abschaffen
Renovierungsarbeiten: Fünftteuerste Steuervergünstigung in Deutschland
Foto: A4492 Axel Heimken/ picture alliance / dpaBerlin - Es ist eine der beliebtesten Abzugsmöglichkeiten bei der Steuererklärung: Die Kosten für Renovierungs- oder Gartenarbeiten. Die SPD stellt die Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten der "Süddeutschen Zeitung" zufolge aber jetzt in Frage. Der SPD-Haushaltspolitiker und Vize-Fraktionschef Carsten Schneider sagte der Zeitung, die mit der Vergünstigung verbundenen Ziele würden teilweise verfehlt. Es bestehe "ganz offensichtlich Handlungsbedarf". Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könne das "nicht ignorieren".
In Fraktionskreisen hieß es dem Blatt zufolge außerdem, wenn die Union die Zustimmung der SPD für eine Entlastung der Bürger etwa bei der sogenannten kalten Progression wolle, "darf sie im Gegenzug den Abbau von Steuersubventionen nicht länger als Steuererhöhung verteufeln". Hintergrund der Aussagen ist der Zeitung zufolge eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie, in der die Abschaffung des Handwerkerprivilegs, zumindest aber eine Beschneidung, empfohlen wird.
Jeder Bürger kann in der Steuererklärung 20 Prozent der Arbeitskosten für Renovierungen, die Gartengestaltung sowie den Austausch oder die Wartung etwa der Heizung geltend machen. Seit die damalige große Koalition 2009 die Obergrenze für den Steuervorteil anhob, dürfen bis zu 1200 Euro abgesetzt werden. Erklärtes Ziel war es damals, die Konjunktur zu stützen, die legale Beschäftigung von Handwerkern zu fördern und damit die Schwarzarbeit einzudämmen.
Die Subvention kostet den Staat laut "Süddeutscher Zeitung" gut 1,5 Milliarden Euro im Jahr, sie ist damit die fünftteuerste Steuervergünstigung überhaupt. Schon 2011 waren in der damaligen schwarz-gelben Regierungskoalition Überlegungen laut geworden, die Subvention abzuschaffen - allerdings ohne Erfolg.