Umstrittener Fahrdienst Gabriel kanzelt Uber ab
Wirtschaftsminister Gabriel (Archivbild): Uber-Zahlen sind "nicht nachvollziehbar"
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesHamburg/Berlin - Bei Sigmar Gabriel (SPD) fällt der Fahrdienst Uber durch. Der Bundeswirtschaftsminister hat sich kritisch zum Geschäftsmodell des Chauffeurvermittlungsdienstes Uber und seinem Versprechen geäußert, Zehntausende Jobs in Europa zu schaffen.
Uber habe in einem Positionspapier dargelegt, bei den in Aussicht gestellten Arbeitsplätzen handele es sich um "Minijobs für Selbständige", teilte das von Gabriel geleitete Ministerium auf Anfrage des manager magazins mit. Ziel der Bundesregierung "auch im Sinne der Sicherung der Sozialversicherungssysteme ist vorrangig die Schaffung vollwertiger Arbeitsplätze". Das Fazit des Ministeriums: "Eine Verdrängung von vollwertigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen durch Minijobs für Selbständige ist wenig wünschenswert."
Für Uber, eines der am höchsten bewerteten Start-ups der Wirtschaftsgeschichte, ist dies ein herber Rückschlag beim Werben um mehr Akzeptanz in Europas größter Volkswirtschaft. Uber-Chef Travis Kalanick hatte Anfang des Jahres auf einer Konferenz in München damit geworben, in Europa 50.000 Jobs schaffen zu wollen.
Das Wirtschaftsministerium in Berlin hält diese Zahlen für "nicht nachvollziehbar", berichtet das manager magazin. Zudem bestünden derzeit "große Bedenken, ob Uber sich insbesondere an den Rahmen des Personenbeförderungsgesetzes hält", teilte das Ministerium dem Bericht zufolge mit.
Gegen das US-Unternehmen sind derzeit in Deutschland Gerichtsverfahren anhängig. Am Mittwoch verhandelt das Frankfurter Landgericht eine Klage gegen das Angebot Uber Pop, bei dem Privatpersonen mit dem eigenen Auto als Chauffeure tätig werden. Das Urteil könnte richtungsweisend für das Fortbestehen dieses in den USA sehr beliebten Services in Deutschland sein. Eine Uber-Sprecherin wollte sich zu dem Verfahren morgen nicht äußern.