Job-Markt US-Arbeitslosenquote sinkt auf 7,2 Prozent
Job-Messe in Sunrise, Florida: Weniger neue Stellen als erwartet
Foto: Joe Raedle / AFPWashington - Der amerikanische Arbeitsmarktbericht für September ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie aus Zahlen des Arbeitsministeriums hervorgeht, sind deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet. Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft stieg zum Vormonat um 148.000 Stellen. Bankvolkswirte hatten mit einem Zuwachs um 180.000 Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau für die beiden Vormonate Juli und August wurde leicht um 9000 Stellen nach oben gesetzt.
Die Arbeitslosenquote sank unterdessen auf den niedrigsten Stand seit November 2008. Sie fiel von 7,3 Prozent im Vormonat auf 7,2 Prozent. Allerdings verfehlte die für den Konsum wichtige Lohnentwicklung die Erwartungen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen von August auf September um 0,1 Prozent, erwartet wurde ein Zuwachs um 0,2 Prozent. Das Plus im Vormonat wurde jedoch um 0,1 Punkte auf 0,3 Prozent angehoben. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit lag unverändert bei 34,5 Stunden.
Der Dollar geriet nach den Zahlen zu vielen Währungen unter Druck. Amerikanische Staatsanleihen verzeichneten indes kräftige Kursgewinne. Das spricht dafür, dass Marktteilnehmer eine zunächst unverminderte Geldflut der US-Notenbank Fed erwarten. Ohnehin gilt eine Rückführung der Fed-Anleihekäufe noch in diesem Jahr, wie eigentlich im Sommer angekündigt, als zunehmend unwahrscheinlich. Ausschlaggebend ist der nur übergangsweise Kompromiss im politischen Streit um Bundesbudget und Schuldenobergrenze.
Auch ohne diese Ungewissheit über den fiskalpolitischen Kurs der USA dürften die neuen Job-Daten für die Geldpolitik der Federal Reserve nur begrenzte Aussagekraft besitzen. Denn der gut zweiwöchige Regierungsstillstand von Anfang Oktober, durch den zahlreiche öffentlich Bedienstete in Zwangsurlaub geschickt wurden, wird durch die Daten nicht erfasst. Die September-Daten wurden wegen des "Government Shutdown" verzögert veröffentlicht. Ursprünglich sollten sie wie üblich Anfang des Monats erscheinen. Die Arbeitsmarktdaten für Oktober werden mit einwöchiger Verspätung am 8. November erwartet.