Investitionspaket Clinton verspricht zehn Millionen neue Jobs
Hillary Clinton bei ihrer Rede in Des Moines
Foto: Andrew Harnik / APKurz nach ihrem republikanischen Konkurrenten Donald Trump hat auch die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihre wirtschaftspolitischen Pläne präzisiert. Für den Fall eines Wahlsieges kündigte sie ein umfassendes Investitionspaket an. "In den ersten hundert Tagen meiner Amtszeit werden wir die größte Investition in neue Arbeitsplätze seit dem Zweiten Weltkrieg erleben", sagte Clinton am Mittwoch während einer Rede in Des Moines (Iowa).
Sie versprach, Geld in Straßen, Brücken, Tunnel und Flughäfen zu investieren und neue Jobs für die Mittelklasse zu schaffen. "Ich habe die altmodische Vorstellung, dass die amerikanische Mittelklasse das ist, was die amerikanische Wirtschaft zum Laufen bringt", sagte sie. Mit ihren Plänen könnten rund 10,4 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, fügte sie hinzu.
Die 68-Jährige war im Wahlkampf von ihrem parteiinternen Rivalen Bernie Sanders politisch nach links gedrängt worden und setzt sich seither für mehr Rechte der Arbeitnehmer ein. So verspricht sie einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde.
Die Zahl von 10,4 Millionen neuen Jobs findet sich auch in einer Analyse , welche die Ratingagentur Moody's im Juli veröffentlichte. Der Autor Mark Zandi gehört zu den Spendern für Clintons Kampagne.
Trump hatte am Montag bei einer Grundsatzrede in Detroit seine wirtschaftspolitischen Vorhaben umrissen, zu denen Steuersenkungen und die Aufkündigung von Handelsabkommen sowie der Pariser Klimaschutzvereinbarungen gehören. Clinton war bemüht, sich in der Rede deutlich von Trumps Plänen abzugrenzen. So machte sie sich dafür stark, die erneuerbaren Energien auszubauen.
Bei den Republikanern wächst der Widerstand gegen ihren eigenen Kandidaten. 50 Außen- und Sicherheitsexperten der Partei kritisierten Trump in einem offenen Brief scharf. Zudem verweigerten ihm mehrere Senatoren, frühere Senatoren und Parteifunktionäre in den vergangenen Tagen die Gefolgschaft.
Am Dienstag sorgte Trump mit einer mehrdeutigen Äußerung für einen neuen Skandal. Er erklärte, Clinton wolle den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, in dem das Recht auf Waffenbesitz verankert ist. Anhänger dieses Zusatzes könnten das vielleicht verhindern, fügte er hinzu. Trumps Worte wurden von vielen Beobachtern als Aufruf zur Gewalt gegen Clinton verstanden.
Die Demokratin warf Trump nun vor, einmal mehr eine Grenze überschritten zu haben. "Wenn Du Dich um das Präsidentenamt bewirbst oder Präsident der Vereinigten Staaten bist, dann können Deine Worte gewaltige Konsequenzen haben", sagte sie in Des Moines. "Seine Bemerkung gestern war nur eine weitere in einer langen Reihe von beiläufigen Bemerkungen, mit denen Donald Trump eine Linie überschritten hat." Diese "beiläufige Anstiftung zur Gewalt" sei ein weiterer Beweis, dass er nicht für das Präsidentenamt tauge.