USA verzeichnet Deflation - DER SPIEGEL
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Sinkender Ölpreis USA schlittern in die Deflation

In den USA sind im Januar die Preise gefallen - erstmals seit Ende 2009. Hält die Deflation an, könnte das die Notenbank davon abhalten, die Zinsen bald zu erhöhen.
Ein Mann zeigt seine Dollar-Scheine: Gefühlt mehr Geld in der Tasche
Ein Mann zeigt seine Dollar-Scheine: Gefühlt mehr Geld in der Tasche

Ein Mann zeigt seine Dollar-Scheine: Gefühlt mehr Geld in der Tasche

Foto: Carlos Garcia Rawlins/ REUTERS
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Washington – Nach Europa nun auch die USA: Im Januar sind die Preise in den Vereinigten Staaten um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Damit sanken die Preise erstmals seit Oktober 2009, wie das Arbeitsministerium mitteilte. "Der heutige Rückgang der Inflationsrate in den negativen Bereich geht ganz auf das Konto der sinkenden Ölpreise", erklärt Christiane von Berg von der BayernLB. Im Januar waren beispielsweise die Spritpreise um 18,7 Prozent gesunken, so stark wie bereits seit Ende 2008 nicht mehr.

Für Verbraucher scheint eine solche Deflation zunächst eine gute Sache: Die Preise sinken und sie können sich vom Geld in ihrer Tasche mehr leisten. Allerdings können dauerhaft sinkende Preise auch dazu führen, dass Verbraucher Ausgaben immer weiter in die Zukunft verschieben, weil sie auf noch günstigere Preise hoffen. Das würgt die Konjunktur ab, führt zu sinkenden Löhnen und stockenden Investitionen.

Diese Gefahr sehen Ökonomen in den USA momentan allerdings nicht: Gesunkene Ölpreise führten üblicherweise nicht in eine Deflationsspirale, sondern verstärkten im Gegenteil das Wirtschaftswachstum, so ein Analyst der amerikanischen Bank Merill Lynch. Rechnet man außerdem die stark schwankenden Kosten für Energie und Nahrungsmittel aus dem Preisniveau heraus, ergibt sich ein Preisanstieg zum Vormonat von 0,2 Prozent. Das ist mehr, als Experten erwartet hatten. Gerade die Kosten für Kleidung, Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche sind in den USA gestiegen.

Eine anhaltende Deflation könnte die Zinspolitik der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (FED) verkomplizieren. Experten hatten zuletzt vermutet, die FED werde zwischen Juni und September die Zinsen anheben. Mit einer möglichen Zinswende würde die FED von dem historisch niedrigen Leitzins von null bis 0,25 Prozent abkehren, der seit Ende 2008 gilt. Sollte die Deflation allerdings anhalten, könnte die FED diese Entscheidung weiter in die Zukunft verschieben.

vlg/rtr/AP