Aufschwung US-Wirtschaft wächst stärker als gedacht
Einkaufsstraße in Manhattan
Foto: Kevin Coombs / REUTERSWie stark ist die US-Wirtschaft? Zu dieser Frage veröffentlichten die amerikanischen Behörden am Donnerstag eine ganze Reihe von Konjunkturdaten, die allerdings kein einheitliches Bild zeigen.
So ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen, wie das Handelsministerium mitteilte. Das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher angenommen - und der stärkste Zuwachs seit Sommer 2014.
Ob sich der Aufschwung auch im vierten Quartal so deutlich fortgesetzt hat, ist allerdings ungewiss. Zum Bruttoinlandsprodukt liegen für diesen Zeitraum noch keine Daten vor. Allerdings deuten Frühindikatoren auf ein schwächeres Wachstum hin.
So steigerten die Verbraucher ihre Ausgaben im November nur moderat. Der private Konsum zog im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent an. Im Oktober war der Zuwachs noch doppelt so groß. Die Verbraucherausgaben stehen für rund 70 Prozent der US-Wirtschaftskraft.
Auch die US-Industrie hat im November kräftig an Neugeschäft eingebüßt. Die Bestellungen für langlebige Güter - vom Toaster bis zum Flugzeug - sanken zum Vormonat um 4,6 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte.
Die Stärke des Aufschwungs dürfte entscheidend den Kurs der Notenbank Fed beeinflussen. Angesichts der guten Konjunktur hatte die ihren Leitzins im Dezember erstmals seit einem Jahr erhöht. Für 2017 hat sie drei weitere Anhebungen angepeilt. Das gilt allerdings nur, wenn die Wirtschaft wie erwartet wächst.