Venezuela lockert Devisenkontrollen wegen Hyperinflation - DER SPIEGEL
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Devisen Venezuela lockert wegen Hyperinflation Kontrolle über den Dollar

Die Inflationsraten in Venezuela erinnern inzwischen an die Weimarer Republik. Als Reaktion will die Regierung künftig mehr Handel mit Devisen erlauben.
Präsident Nicolás Maduro mit Bolívar-Schein
Präsident Nicolás Maduro mit Bolívar-Schein

Präsident Nicolás Maduro mit Bolívar-Schein

Foto: HANDOUT/ REUTERS
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Angesichts massiver Inflationsraten und einer schweren Wirtschaftskrise hat die venezolanische Regierung ihre bislang strenge Kontrolle der Wechselkurse gelockert. In von den Behörden zugelassenen Wechselstuben sollen künftig Devisen frei gehandelt werden können, hieß es in einer am Donnerstag von der Verfassungsgebenden Versammlung gebilligten Gesetzesinitiative.

Die Freigabe ist einer von mehreren Schritten, mit denen die Regierung versucht, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Präsident Nicolás Maduro hatte kürzlich bereits angekündigt, fünf Nullen aus der Landeswährung Bolívar zu streichen und diese künftig an die Kryptowährung Petro zu koppeln.

Devisen wie Dollar oder Euro sind in Venezuela seit Langem ein knappes Gut, das vor allem durch den Ölhandel eingenommen und nur auf Antrag bei einer staatlichen Behörde eingetauscht wurde. Wegen eines florierenden Schwarzmarkts gibt jedoch eine ganze Reihe paralleler Wechselkurse.

Die venezolanische Zentralbank gibt den offiziellen Wechselkurs derzeit mit 172.368 Bolívar je Dollar an. Auf dem Schwarzmarkt hingegen kostet ein US-Dollar laut dem Portal Dólar Today etwa 3,6 Millionen Bolívar.

"Vorzugskurs für die Regierung"

Die Opposition wies die Reform als unzureichend zurück. "Die Währungskontrolle dauert an. Der Unterschied ist nur: Jetzt soll es anscheinend einen offiziellen Markt mit einem Vorzugskurs für die Regierung und einem teuren Kurs für die Bürger geben", schrieb der Wirtschaftsprofessor und oppositionelle Abgeordnete José Guerra auf Twitter.

Das ölreichste Land der Welt steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen Korruption und Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren. Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent und verglich die Lage mit der Weimarer Republik im Krisenjahr 1923. Außerdem könnte die Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen.

Die strikten Wechselkurskontrollen wurden vor 15 Jahren vom verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez eingeführt.

dab/dpa/AP