Währungskrise: Euro rutscht unter 1,19 Dollar - DER SPIEGEL
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Währungskrise Euro rutscht unter 1,19 Dollar

Der Euro stürzt ab. Die Gemeinschaftswährung fällt zum Wochenbeginn zeitweise unter 1,19 Dollar - und ist damit so schwach wie zuletzt im März 2006. Als Grund nennen Börsianer die Angst vor einer Staatspleite Ungarns.
Euro-Skulptur in Frankfurt: Äußerungen ungarischer Politiker sorgen für Unruhe
Euro-Skulptur in Frankfurt: Äußerungen ungarischer Politiker sorgen für Unruhe

Euro-Skulptur in Frankfurt: Äußerungen ungarischer Politiker sorgen für Unruhe

Foto: DDP
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Tokio - Die Furcht vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Ungarn hat den internationalen Börsen einen schwachen Start beschert: Die Börsen-Indizes sanken deutlich - in Tokio rutschte der Nikkei   um 3,8 Prozent ab. Hongkong meldete minus 2,5 Prozent und Seoul minus 2,7 Prozent.

Auch der Euro   verliert weiter an Wert: Die europäische Gemeinschaftswährung fiel an der Börse in Tokio zeitweise auf einen Wert von 1,1888 Dollar - und ist damit so schwach wie seit März 2006 nicht mehr.

Händler machen Äußerungen aus Ungarn für den Euro-Absturz verantwortlich. Politiker der Regierungspartei hatten darauf hingewiesen, dass die wirtschaftliche Erholung trotz umfangreicher internationaler Hilfsmaßnahmen nicht gesichert sei. Die Landeswährung Forint verlor deutlich an Wert. Die Sorge ist, dass nun ein Land außerhalb der Euro-Zone ähnlich gravierende Probleme bekommen könnte wie Griechenland.

Ungarische Politiker schlossen in der vergangenen Woche eine Pleite nicht aus. Ziel der Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán sei es, "den unmittelbaren Staatsbankrott abzuwenden". Staatssekretär Mihaly Varga nannte diese Äußerungen am Samstag "nicht glücklich" und "übertrieben".

Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn bemühte sich um Schadensbegrenzung: "Behauptungen über einen Schuldenkollaps sind im ungarischen Fall übertrieben", sagte Rehn beim G-20-Finanzministertreffen im koreanischen Pusan. Ungarn habe bedeutende Fortschritte bei der Sanierung seiner öffentlichen Finanzen gemacht. Der Internationale Währungsfonds, die Europäische Union und die Europäische Zentralbank haben Ungarn seit Herbst 2008 bereits Zahlungen im Umfang von 20 Milliarden Euro zugesagt.

Neben Ungarn belasteten die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten die asiatischen Börsen. Der Nikkei-Index stürzte um 380 Punkte auf den Schlussstand von 9520,80 Punkten ab.

"Die Sorgen um die Euro-Zone dürften uns noch eine Weile begleiten", sagte ein Analyst von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Die Anleger zögen ihr Geld aus riskanteren Anlagen ab, was man auch am Rückgang der Rohstoffpreise sehen könne.

Belastet von den Kursverlusten der Börsen in New York und Tokio wird auch der Dax laut Analysten seine Talfahrt fortsetzen. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex 1,9 Prozent tiefer bei 5938,88 Punkten geschlossen. In den ersten Handelsminuten verlor der Dax   ein Prozent auf 5876 Punkte. Der Dow Jones schloss am Freitag 3,2 Prozent tiefer bei 9932 Zählern.

cte/Reuters/AFP/dpa