Weiterbildung: Zugewanderte nutzen weniger Angebote - DER SPIEGEL
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Studie zur Qualifikation Zugewanderte nutzen weniger Weiterbildung

Beschäftigte mit Migrationshintergrund bilden sich laut einer Studie seltener beruflich fort, als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte. Doch es gibt Unterschiede.
Jobmesse für Zuwanderer: Zweite Generation ist bildungseifriger
Jobmesse für Zuwanderer: Zweite Generation ist bildungseifriger

Jobmesse für Zuwanderer: Zweite Generation ist bildungseifriger

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Die beste Versicherung gegen Jobverlust ist eine gute Ausbildung. Das gilt natürlich auch für diejenigen, die bereits im Berufsleben stehen. Möglichkeiten gibt es genug, um mit dem Fortschritt mitzuhalten - in den meisten Bundesländern gibt es sogar einen Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub. Doch wer sich in Deutschland beruflich weiterbildet, hängt stark von der Herkunft ab.

Zugewanderte nehmen etwa deutlich seltener Angebote in Anspruch als Menschen ohne Migrationshintergrund. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie  des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Während 31 Prozent der Arbeitnehmer ohne Migrationshintergrund in den Jahren 2013 bis 2015 an mindestens einer Fortbildung teilgenommen hatten, waren es bei Zugewanderten nur 20 Prozent. Grund ist nach Auffassung der Forscher, dass Migranten der ersten Generation im Beruf häufig nur Helfertätigkeiten ausüben.

In der zweiten Generation der Zuwanderer sieht es bereits völlig anders aus: Von den Beschäftigten mit Migrationshintergrund, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist, nahmen im untersuchten Zeitraum 33 Prozent an Weiterbildungen teil, bei Frauen lag die Quote sogar bei 35 Prozent.

Individuellere, flexiblere, praxisnähere Sprachkurse gefordert

Auch fehlende Sprachkenntnisse von Zugewanderten können ein Weiterkommen im Beruf mitunter erschweren. Doch die bestehenden Angebote für Sprachkurse reichen dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mitunter nicht aus. Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, forderte mehr Flexibilität.

Die regulären Sprachkurse nach den Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge reichten für den Berufsalltag in der Regel nicht aus, beklagte Wansleben. "Sinnvoll wäre hier mehr Unterricht in Kleinstgruppen, geförderter Einzelunterricht sowie Online-Angebote wie Webinare. Insgesamt kommt es darauf an, die Sprachkurse räumlich und zeitlich flexibler sowie inhaltlich praxisnäher zu gestalten."

Unter den Ausbildungsbetrieben in Deutschland bilden laut Wansleben 16 Prozent Geflüchtete aus. "Eine erfolgreiche Berufsausbildung ist ein sehr guter Weg, auf dem junge Geflüchtete für die Betriebe perspektivisch zu Fachkräften werden", sagte er. Eine sogenannte Ausbildungsduldung erlaubt Flüchtlingen, nach einer dreijährigen Ausbildung für zwei Jahre in eine reguläre Beschäftigung in Deutschland zu wechseln.

Die Unternehmen müssten sich aber auf eine einheitliche und transparente Verwaltungspraxis verlassen können, forderte Wansleben. "Leider legen Ausländerbehörden bei der Erteilung des zweijährigen Aufenthalts zum Teil allerdings unterschiedliche Kriterien an", beklagte er. "Das betrifft insbesondere das Sprachniveau als Voraussetzung für die Erteilung dieses Aufenthaltstitels."

apr/dpa