Widerstand gegen Sparprogramm Streikende legen Athen lahm
Demonstranten in Athen: Riesige Staus auf den Zufahrtsstraßen
Foto: Alkis Konstantinidis/ dpaAthen - Die Wut ist groß: Nachdem die griechische Regierung neue Sparmaßnahmen verkündete, haben Streiks am Donnerstag den öffentlichen Nahverkehr in Athen weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Bus- und Bahnfahrer legten den öffentlichen Nahverkehr der griechischen Hauptstadt lahm. Weder Busse noch U-Bahnen fuhren. Auch die Taxifahrer streikten landesweit. Auch die griechischen Eisenbahner und die Lehrer streikten.
Um die Mittagszeit wollten auch die Fluglotsen zusammen mit anderen Staatsbediensteten für drei Stunden die Arbeit niederlegen. Probleme sollte es demnach vor allem im Inlandsverkehr geben. Zahlreiche Auslandsflüge sollten zeitlich versetzt stattfinden.
Auf den Zufahrtsstraßen nach Athen entstanden riesige Staus, da zahlreiche Menschen versuchten, mit ihrem Wagen zur Arbeit zu fahren. Andere Arbeitnehmer mussten kilometerweit laufen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen.
Unter dem Druck der internationalen Kreditgeber hatte die griechische Regierung am Mittwochabend weitere Sparmaßnahmen angekündigt. So sollen Renten von mehr als 1200 Euro im Monat um 20 Prozent gekürzt werden, der Steuerfreibetrag sinkt auf 5000 Euro. 30.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes sollen bis zum Ende des Jahres in Kurzarbeit geschickt werden.
Mit der Verschärfung der Sparmaßnahmen für 2011 und 2012 will die Regierung die Auflagen der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Milliarden Euro erfüllen.
Neben den Streiks vom Donnerstag haben die Gewerkschaften für den 5. Oktober einen Streik des öffentlichen Diensts sowie für den 19. Oktober einen landesweiten Generalstreik angekündigt.