Ausblick für 2013 Wirtschaftsforscher halbieren Wachstumsprognose
Berlin - Deutliche Warnung vor den Folgen der Euro-Krise: Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Die Forscher rechnen für das laufende Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Vor drei Monaten hatten sie noch ein Plus von 1,1 Prozent vorhergesagt.
Auch die Perspektiven für das kommende Jahr schätzt das RWI nun skeptischer ein. Die Forscher halbierten ihre Wachstumsprognose für 2013 auf 1,0 Prozent. Neben den wachsenden Risiken wegen der Euro-Schuldenkrise verwiesen sie auf die weltweite schwächelnde Konjunktur.
"Die Krise im Euro-Raum birgt hohe Risiken für die Konjunktur", erklärten die Experten am Mittwoch. Auch weltweit erwartet das Institut nur noch ein verhaltenes Wachstum. In den USA und den asiatischen Schwellenländern habe der Aufschwung an Tempo verloren, hieß es. Insgesamt werde der Welthandel noch um 2,4 in diesem und 3,8 Prozent im nächsten Jahr zulegen, so die RWI-Prognose.
Zum EZB-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen aus wirtschaftlich schwachen Euro-Staaten sieht das RWI "derzeit keine Alternativen". Allerdings sei das Programm "ordnungspolitisch bedenklich und mit erheblichen Risiken verbunden, insbesondere für die Preisstabilität auf mittlere Sicht". Für 2012 und 2013 rechnet das RWI mit einer Inflationsrate von je zwei Prozent.