Proteste in New York: Wut auf die Superreichen
Wirtschaftsproteste Demonstranten marschieren zu den Superreichen
New York - Die Teilnehmer der Wirtschaftsproteste in den USA suchen sich für ihre Demonstrationen konkretere Ziele: Sie haben die Superreichen in New York ins Visier genommen und den Protest in deren Wohnviertel getragen. Straßen wie die Fifth Avenue und die Park Avenue sind als teure Geschäftsstraßen mit luxuriösen Appartements bekannt. Doch am Dienstag nahmen sie Anhänger der "Occupy Wall Street"-Bewegung in Beschlag.
Unter dem Motto "Marsch der Millionäre" gingen Hunderte im New Yorker Stadtteil Manhattan auf die Straße. Sie zogen an Wohnungen und Häusern von Superreichen vorbei und forderten eine höhere Besteuerung von Besserverdienenden. Die Demonstranten passierten dabei die Domizile von Medienmogul Rupert Murdoch, von Jamie Dimon, dem Chef der Großbank JP Morgan Chase, sowie von Ölmilliardär David Koch. Auch vor dem Wohnsitz des umstrittenen Hedgefonds-Managers John Paulson demonstrierten die Kritiker.
Sie werfen diesen Prominenten vor, auf Kosten der Allgemeinheit reich zu werden. Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Besteuert die Reichen" und "Wo ist mein Rettungspaket?" Um Demonstrationsverbote zu umgehen und Ärger mit der Polizei zu vermeiden, gingen die Menschen in Zweierreihen auf dem Bürgersteig. "Ich habe nichts gegen diese Leute persönlich", sagte einer der Teilnehmer. "Ich finde nur, dass sie einen gerechteren Anteil bei den Steuern zahlen sollten.
Hedgefonds-Manager Paulson wehrt sich
Angesichts des Protests vor der Wohnung von JP Morgan-Chef Dimon schaltete sich der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ein. Der Politiker ist selbst enorm wohlhabend und verteidigte nun Dimon. Der Banker habe der Stadt mehr Geschäfte gebracht, als andere seiner Kollegen, sagte Bloomberg. "Ich weiß nicht, was es bringen soll, gegen ihn zu demonstrieren. Jamie Dimon ist ein ehrenwerter Mann, der seine Steuern zahlt."
Einer der von den Protesten betroffenen Reichen wehrte sich persönlich. Hedgefonds-Manager John Paulson wies die Vorwürfe der Demonstranten in einer Erklärung zurück. "Die reichsten New Yorker zahlen mehr als 40 Prozent der gesamten Einkommensteuer in der Stadt und sorgen damit für Unterstützung für alle", teilte er schriftlich mit. "Anstatt unsere erfolgreichen Geschäftszweige herabzuwürdigen, sollten wir sie unterstützen und dazu ermuntern, in New York zu bleiben und weiter zu wachsen."
Die Wirtschaftsproteste in den USA haben sich inzwischen auf zahlreiche Städte ausgedehnt. Auch in Chicago gingen Menschen auf die Straße. Dort gab es am Dienstag 16 Festnahmen, als Kritiker nahe einer Tagung von Hypotheken-Banken demonstrierten.