Wolfgang Schäuble plant bis 2020 ohne neue Schulden - DER SPIEGEL
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Trotz Mehrausgaben Schäuble plant bis 2020 ohne neue Schulden

Flüchtlinge, Sozialpaket, Rüstung: Die Bundesregierung braucht künftig deutlich mehr Geld - 2020 sollen es 31 Milliarden Euro mehr sein als in diesem Jahr. Trotzdem soll die schwarze Null stehen.
Wolfgang Schäuble
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Foto: JUSTIN TALLIS/ AFP
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Die Bundesregierung plant bis zum Jahr 2020 deutliche Mehrausgaben - will aber auch in den nächsten Jahren ohne neue Schulden auskommen. Das geht aus den Haushaltseckwerten für 2017 und der Finanzplanung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bis zum Jahr 2020 hervor, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen will und die SPIEGEL ONLINE vorliegen. Sie setzen den Rahmen für weitere Budgetverhandlungen in Bundestag und Regierung.

Trotz der zusätzlichen Ausgaben will Schäuble auf neue Kredite verzichten und die schwarze Null fortschreiben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich bereits für einen Haushalt ohne neue Schulden ausgesprochen. Nach der Kabinettsvorlage sollen die Ausgaben von 316,9 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 325,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 steigen. 2020 sollen es dann 347,8 Milliarden Euro sein.

Auch der Wehretat steigt stark an

Für das nächste Jahr plant die Bundesregierung für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen rund zehn Milliarden Euro mehr ein. In dieser Summe sind auch Maßnahmen enthalten, die bereits mit dem zweiten Nachtragshaushalt für 2015 beschlossen wurden - etwa Sprach- und Integrationskurse für Flüchtlinge.

Auch ein von der SPD durchgesetztes Sozialpaket erhöht die Ausgaben zusätzlich: So sind etwa 0,8 Milliarden Euro mehr für den Wohnungsbau, 1,1 Milliarden Euro für Arbeitsmarkt, Integration und Rente sowie 0,45 Milliarden Euro für familienpolitische Maßnahmen vorgesehen. Insgesamt liegt die Summe mit rund 2,35 Milliarden Euro deutlich unter den gut fünf Milliarden Euro, von denen SPD-Vertreter im Zusammenhang mit dem Sozialpaket gesprochen hatte.

Zeitweise hatten die Sozialdemokraten mit einer Blockade des Eckwertebeschlusses gedroht, weil Schäuble Mehrausgaben abseits der Flüchtlingskrise verweigerte. Die genaue Höhe des jetzt erreichten Plus' ist auch deshalb Interpretationssache, weil von Parteichef Gabriel eingeforderte Investitionen für die einheimische Bevölkerung oft zugleich auch Flüchtlingen zugutekommen - etwa beim Wohnungsbau.

Auch für die Rüstung will die Bundesregierung deutlich mehr ausgeben: Der Wehretat soll den Planungen zufolge von 34,3 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 39,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 ansteigen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich stark für eine Aufstockung eingesetzt.

kpa/dab/dpa/Reuters/AFP