Debatte über Arbeitszeitverkürzung Große Mehrheit will Viertagewoche – unter einer Bedingung
Forderung nach Viertagewoche auf DGB-Kundgebung: Wunsch nach kürzerer Arbeitszeit schon in der Pandemie groß
Foto:Michael Reichel / dpa
Eine Viertagewoche mit entsprechender Arbeitszeitverkürzung, aber gleichbleibendem Lohn käme – wenig überraschend – bei der großen Mehrheit der Betroffenen gut an. In einer repräsentativen Umfrage des WSI-Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter Vollzeitbeschäftigten mit vertraglich vereinbarter Arbeitszeit sprachen sich 72,6 Prozent der Befragten für diese Kombination aus.
Lediglich 8,2 Prozent wünschen sich demnach eine Viertagewoche auch bei einem geringeren Lohn. Damit plädierten knapp 81 Prozent für die eine oder andere Form der Viertagewoche. 17,3 Prozent lehnten eine Viertagewoche für sich generell ab.
Den allermeisten Befürwortern geht es um eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Mit 96,5 Prozent gaben fast alle derjenigen, die sich eine Viertagewoche wünschten, als Grund an, mehr Zeit für sich selbst haben zu wollen – bei 87,4 Prozent standen mehr Zeit für Aktivitäten wie Hobbys, Sport, aber auch Ehrenamt im Vordergrund. Mehr Zeit für die Familie nannten 88,9 Prozent der Befragten.
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Doch auch die Arbeit an sich führt bei vielen Vollzeitbeschäftigten zum Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung. 74,9 Prozent der Befürworter gaben an, dass sie dadurch ihre Arbeitsbelastung verringern wollten.
Warum Beschäftigte eine Viertagewoche ablehnen
Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch die Angaben derjenigen – insgesamt 17,3 Prozent –, die eine Viertagewoche für sich generell ablehnen. Von ihnen gaben 85,8 Prozent als Beweggrund an, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben. Allerdings schätzten auch 82 Prozent, dass sich an den Arbeitsabläufen nichts ändern würde – und 76,6 Prozent gaben an, dass ihre Arbeit sonst nicht zu schaffen wäre.
Jeweils etwas mehr als ein Drittel der Ablehnenden sagte, dass sie häufig für Kolleginnen und Kollegen einspringen müssen (37,8 Prozent) beziehungsweise sie mit einer kürzeren Arbeitszeit beruflich nicht vorankommen würden (34,2 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (51,2 Prozent) gab an, dass sie sich kürzere Arbeitszeiten finanziell nicht leisten könnten. Etwas mehr als zwei Drittel (68,9 Prozent) der Ablehnenden sagten, dass sie ihre Arbeit nicht einfach einen Tag ruhen lassen könnten.