ZEW-Index Konjunkturbarometer bricht überraschend ein
Chemieindustrie: Erwartungen schlechter als die Einschätzung der aktuellen Lage
Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpaMannheim/Berlin - Die Schuldenkrise in Europa dämpft den Konjunkturoptimismus der Börsenprofis kräftig. Das ZEW-Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank von 45,8 Zählern im Vormonat auf 28,7 Punkte im Juni. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit.
Beobachter hatten mit einem Rückgang auf 42 Punkte gerechnet. "Die aktuelle Erholung ist noch fragil. Die Politik ist deswegen gut beraten, die notwendigen Konsolidierungsschritte jetzt festzulegen, aber erst im Jahr 2011 umzusetzen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Die aktuelle Lage bewerteten die Börsianer dagegen besser. Dieses Barometer kletterte von minus 21,6 auf minus 7,9 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg auf minus 15 Zähler vorausgesagt.
Das Votum der Finanzexperten blieb nicht ohne Wirkung auf die Börsen. Der Dax rutschte 0,3 Prozent ins Minus, nachdem er kurz zuvor noch nahezu unverändert gelegen hatte. Der Euro fiel auf 1,2185 Dollar von knapp über 1,22 Dollar vor Veröffentlichung der Zahlen.
Einfluss auf die Verluste hatte aber auch die Abwertung der Kreditwürdigkeit Griechenlands auf Ramschstatus durch die Rating-Agentur Moody's. Auch Spanien kämpft mit Problemen im Bankensektor und überhöhten Defiziten. Es wurde vor einigen Wochen von der Rating-Agentur Fitch herabgestuft. Die Regierung in Madrid musste mehrfach Gerüchten entgegentreten, das Land wolle den Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen.