Rettungspaket für Zypern Schäuble will Einigung bis Ende März
Zyprische Flagge: Zähes Ringen um Milliardenhilfen
Foto: AP/dpaBrüssel/Berlin - Nach der Wahl in Zypern dringen Deutschland und Frankreich auf den raschen Abschluss eines Rettungsprogramms für das angeschlagene Euro-Land. "Die Diskussionen sollten in Kürze wieder aufgenommen und eine Einigung vor Ende März angestrebt werden", hieß es am Montag in einer Erklärung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seinem Kollegen Pierre Moscovici.
Das Wahlergebnis ermögliche die Bildung einer Regierung, die schnell die Verhandlungen über finanzielle Hilfe fortsetzen könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von schwierigen Fragen, die noch zu klären seien.
Der Konservative Nikos Anastasiades hatte nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl am Sonntag umgehende Verhandlungen angekündigt. Es gebe eine "dringende Notwendigkeit, unseren Bankensektor zu rekapitalisieren", sagte der der "Bild"-Zeitung. Die langfristigen Aussichten für sein Land seien hervorragend, man werde Strukturreformen rasch angehen. "Wir brauchen nur jetzt eine helfende Hand." Zypern benötigt ein Paket über rund 17 Milliarden Euro.
Schäubles Sprecher verwies in Berlin auf Hindernisse, die überwunden werden müssten. Dazu gehöre die Frage der Geldwäsche, der Steuern und in wie weit eine Pleite Zyperns das Gesamtgefüge in Europa bedrohen würde.
Insidern zufolge sind sich die Mitgliedsstaaten über das Vorgehen bei dem Rettungspaket uneinig. Deutschland, die Niederlande und Finnland forderten wie einige weitere Staaten, dass auch die Aktionäre und Sparer der zyprischen Banken einen Teil der Last tragen sollten. Allerdings sorge man sich, dass zahlreiche Anleger in der Folge ihre Konten plündern - was Folgen für die ganze Euro-Zone haben und die Schuldenkrise wieder verschärfen könnte.